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Microsoft-Prozess: Gegenvorschlag zur Zerschlagung

08.05.2000 | 00:00 Uhr |

Microsoft hat weniger weit reichende
Gegenvorschläge zu der vom US-Justizministerium geforderten
Zerschlagung des weltgrößten Softwareherstellers formuliert. Sie
sollen am Mittwoch dem zuständigen Richter Thomas Penfield Jackson
übergeben werden, berichtete die «Washington Post» am Sonntag.

Danach bietet Microsoft unter anderem Konkurrenten einen
begrenzten Zugang zu dem geheimen Code des Windows-Betriebssystems
an. Dies würde die Entwicklung von Software für Zusatzprodukte, die
unter Windows laufen, erleichtern. Außerdem soll auf der auf dem PC
als erstes erscheinenden Startseite von Windows der Zugang zum
Microsoft-Internetbrowser Explorer nicht mehr automatisch gezeigt
werden.

Das Unternehmen will ferner PC-Herstellern mehr Freiheit zur
Installation von Konkurrenzsoftware geben und keine Verträge mit PC-
Produzenten mehr eingehen, die ihm Vorteile gegenüber Konkurrenten
einräumen.

Richter Jackson hatte Microsoft im April wegen
wettbewerbsfeindlichen Verhaltens und schwerer Verstöße gegen das
Kartellrecht verurteilt. Über die daraus folgenden Auflagen muss noch
entschieden werden. Das Bundesjustizministerium und 17 Bundesstaaten
verlangen die Zerschlagung des Unternehmens von Bill Gates in zwei
von einander unabhängige Firmen.

Der Richter hatte auch Microsoft zu Vorschlägen aufgefordert, wie
seine Monopolstellung aufgehoben werden kann. Dies gilt als
schwierig, da das Unternehmen den Vorwurf wettbewerbsfeindlichen
Verhaltens bestreitet und Einspruch gegen das Urteil angekündigt hat.
dpa

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