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Microsoft-Urteil vermutlich am 5. April

30.03.2000 | 00:00 Uhr |

Die Streitparteien im Microsoft-Kartellprozess
haben nach Presseberichten bis zum 5. April Zeit für einen
Kompromiss. Wie die «Washington Post» am Mittwoch berichtete, hat der
vom Gericht eingesetzte Vermittler Richard Posner den Anwälten des
Software-Riesen und der Regierung diese Frist gegeben.

Richter Thomas Penfield Jackson hatte am Vortag kurzfristig sein
für Dienstag angekündigtes Urteil verschoben ohne einen neuen Termin
zu nennen.

Posner habe für die kommenden Tage einen straffen Terminplan für
Gespräche zusammengestellt. Nach Informationen der «Washington Post»
herrscht auf Seiten der Regierung weiter Ungewissheit über die
Einschätzung des Vergleichsangebots, das Microsoft am Freitag
vorgelegt hatte. Das Angebot habe zu viele Schlupflöcher für
Microsoft, erklärten einige Regierungsvertreter. Deshalb wurde der
Software-Riese aufgefordert, einige Passagen neu zu erläutern.

Nach Presseinformationen hatte Microsoft in dem «sehr technisch
formulierten Schreiben» angeboten, Computerherstellern zu erlauben,
den bisher geheimen Quellcode für seine Windows-Software zu
verändern, um Software anderer Firmen mit zu integrieren. Darüber
hinaus würde Microsoft eine Windows-Version ohne den eigenen Browser
Internet Explorer anbieten.

Die US-Regierung und 19 US-Staaten werfen Microsoft vor, seine
marktbeherrschende Stellung beim Betriebssystem Windows missbraucht
zu haben, um Konkurrenten im Internetgeschäft vom Markt zu drängen.

dpa

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