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Microsoft: Wenn schon Raubkopie, dann bitte unsere Produkte

13.03.2007 | 14:59 Uhr |

Wie ernst meint Microsoft den Kampf gegen Raubkopierer? Keine Frage - wer versucht sich illegal zu bereichern, der wird gejagt und zur Verantwortung gezogen. Bei den kleinen Fischen drückt man aber eher aus guten Gründen ein Auge zu, wie eine Aussage von Jeff Raikes, Group President der Microsoft Business Group zeigt.

"Wenn sie schon jemanden raubkopieren wollen, dann wollen wir lieber, dass wir es sind, als jemand anders". Diese Aussage tätigte laut US-Medienberichten kein geringerer als Jeff Raikes, Microsofts Business Group President bei der Morgan Stanley Technology Conference in San Francisco, die vergangene Woche stattfand.

Was Raikes damit meinte, konkretisierte er auch umgehend: Auf lange Sicht gehe man schlicht und einfach davon aus, dass die Anwender irgendwann ihre illegale Raubkopien gegen eine legal erworbene Version austauschen und damit bei Microsoft für Umsatz sorgen.

Microsoft bekämpft zwar Raubkopierer mit allen verfügbaren Mittel, wenn man sich allerdings die Maßnahmen gegen einzelne - nennen wir sie mal "private" - Raubkopierer ansieht, dann zeigt sich ein anderes Bild. Hier wäre Microsoft zwar vielleicht technisch in der Lage, diese dingfest zu machen, alle bisherigen Aktionen, wie beispielsweise WGA, dienen aber eher dazu, die Anwender zu informieren und nicht an den Pranger zu stellen beziehungsweise als Raubkopierer zu überführen.

Das passt zur Aussagen von Raikes: Jeder Nutzer einer Raubkopie wird als potentieller Kunde angesehen und den Kunden von morgen möchte man natürlich nicht vergraulen. Aber wer weiß, vielleicht ist es auch nur unsere Interpretation der Aussage von Raikes. Ganz so weit dürften wir allerdings nicht daneben liegen, denn Raikes sagte auch folgendes: "Man will sie Richtung legale Lizensierung drängen, aber man will nicht so hart drängen, dass man sie als Aktivposten verliert, der ja am wichtigsten ist für das Geschäft."

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