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Microsoft arbeitet an VoIP-Telefonen

26.03.2007 | 14:30 Uhr

Bei seinem Großangriff auf die TK-Industrie will sich der Softwarekonzern Presseberichten zufolge nicht auf die Entwicklung von IP-Telefonanlagen beschränken.

Neben einer TK-Anlage für kleine und mittelständische Unternehmen arbeite Microsoft an weiteren Endgeräten für den TK-Markt, berichtet die britische Zeitung "Sunday Telegraph". Dazu zähle ein schnurloses Headset, das über einen USB-Stick mit dem PC oder Notebook verbunden wird. Zusammen mit "Office Communications Server 2007" (OCS 2007) von Microsoft, der in dieser Woche in die öffentliche Beta-Phase geht, könnten damit kostenlose Gespräche via Internet geführt werden. In Planung ist außerdem eine Bluetooth-fähige Variante der Sprechgarnitur. Diese soll automatisch eine Verbindung mit dem Mobiltelefon aufbauen, wenn sich der Nutzer von seinem Arbeitsplatz entfernt. Am ehesten an ein herkömmliches Telefon erinnert das dritte Produkt, das sich derzeit in der Pipeline befindet. Das Tischgerät ist laut Bericht mit einem berührungssensitiven 5,25 Zoll-Display ausgestattet, das die direkte Anwahl aus dem Kontaktverzeichnis ermöglicht.

Bereits vor einem Jahr angekündigt wurde das Videokonferenzsystem "Office Roundtable" (Computerwoche.de berichtete ). Die Lösung enthält vier 360-Grad-Kameras, die bei Videokonferenzen eine Panoramaansicht ermöglichen sollen. Laut Gurdeep Singh Pall, Corporate Vice President Unified Communications Group, wird das System von Microsoft selbst hergestellt, da Elektronikhersteller aus Angst vor der neuen Konkurrenz nicht kooperieren wollten. Zumindest der Kampfpreis von rund 3000 Dollar (2250 Euro) dürfte die Branche in Bewegung bringen, da mehr oder weniger vergleichbare Systeme aktuell 20.000 Dollar und mehr kosten. Für Ciscos Meeting-Lösung "Telepresence" werden in der "Luxusversion" mit drei Bildschirmen sogar 300.000 Dollar verlangt (Computerwoche.de berichtete ).

Microsoft ist seit geraumer Zeit bemüht, sich mit der fortschreitenden Verschmelzung von IT und TK ein neues Standbein aufzubauen. Aktuell setzt sich Microsofts Unified Communications-Plattform aus den Komponenten "Office Communications Server 2007 " (VoIP-Anruf-Management, Konferenzfunktionen, Instant-Messaging), "Exchange Server 2007" (Voice-Mail, Faxfunktion, Zugriff auf Posteingang und Kalender per Telefon), "Office Communicator 2007" (Client für VoIP und Instant Messaging) sowie "Office Live Meeting" (Web-Konferenzdienst) zusammen. Aus der Sicht von Fachleuten bieten die Systeme technisch allerdings wenig Neues - primärer Vorteil der Lösung ist die einfache Einbindung in die bestehenden (Microsoft-)Landschaft. (Computerwoche.de berichtete ). (mb)

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