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Microsoft ausspioniert

29.06.2000 | 00:00 Uhr |

Der Software-Konzern Microsoft ist im Zusammenhang
mit dem Kartellverfahren gegen das Unternehmen angeblich das Opfer
einer Schnüffelkampagne geworden. Sie soll vom Konkurrenzunternehmen
Oracle finanziert worden sein, berichteten US-Medien am Mittwoch.
Eine Privatdetektivin war demzufolge Anfang Juni aufgefallen, weil
sie bei einer mit Microsoft verbündeten Lobbygruppe in Washington den
Papiermüll kaufen wollte.

Die Lobbygruppe «Association for Competitive Technology» (ACT)
wird unter anderem mit Microsoft-Geld unterstützt und wendet sich
gegen die Regierungsposition im Kartellverfahren. Oracle hatte nach
Angaben eines Firmensprechers im vergangenen Jahr Detektive
angeheuert, um die enge Verbindung von ACT und Microsoft beweisen zu
können. Allerdings wisse man nichts Näheres über das genaue Vorgehen
der Ermittler in diesem Juni.

Kurz nach den Besuchen der Privatermittler bei ACT kam es außerdem
zu mehreren Einbrüchen in einem Washingtoner Gebäude, in dem auch
Microsoft ein Büro unterhält. Die Tür des Firmenbüros war geöffnet
worden, Dokumente verschwanden nach Angaben eines Microsoft-Sprechers
allerdings nicht.
dpa

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