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Microsoft brüstet sich: Vista hat den Mac überholt

30.07.2007 | 14:00 Uhr |

"Ich denke wirklich nicht, dass sich jemand wegen Vista einen neuen PC kauft" - so der schwere Vorwurf gegen Microsoft von Acer-Präsident Gianfranco Lanci aus der letzten Woche. Die gesamte Industrie sei enttäuscht über das neue Betriebssystem. Redmond ließ die Kritik aber nicht lange auf sich sitzen: Vista verkaufe sich sehr gut; in fünf Wochen habe der Windows-XP-Nachfolger mit 60 Millionen verkauften Einheiten immerhin die gleiche Verbreitung erreicht wie das gesamte Mac OS.

Auf Lancis Kritik reagiert Microsoft mit Beispielen, die das Gegenteil beweisen sollen. Lanci hatte der Financial Times Deutschland erzählt , dass sich vor allem Geschäftskunden eher für Windows XP als für Vista entscheiden. Microsofts Chief Operating Officer Kevin Turner verweist seinerseits darauf, dass die Fluggesellschaft Continental Airlines bis Ende des Jahres 10.000 Rechner mit Vista betreiben möchte, die brailianische Banco Bradesco habe bereits 70.000 PCs umgestellt. Bei Microsoft selbst liegt die Zahl sogar bei 100.000 Geräten.

Eine wirkliche Antwort auf die Vorwürfe des Acer-Präsidenten sind diese Beispiele nicht. Lanci kann sich immerhin nicht daran erinnern, dass eine neue Windows-Version "den Absatz von Computern derart wenig ankurbelt" - auf diese Anschuldigung reagiert Redmond konkret nicht. Interessant ist auch, dass sich Microsoft mit den Vista-Verkäufen offenbar mit Apple an einem Konkurrenten mit einem Marktanteil im einstelligen Prozent-Bereich orientiert. Das macht normalerweise nur Apple selbst - um aufzuzeigen, wie viele Mac-Nutzer schon auf eine neue Systemversion umgestiegen sind.

Auf anderen Schlachtfeldern orientiert sich Redmond aber an anderen Konkurrenten. Im Office-Bereich möchte Microsoft verhindern, dass der Internet-Dienstleister Google zu sehr aufholt. Anders als die Google Apps möchte Redmond Microsoft Office aber nicht komplett ins Internet verfrachten, sondern die Online-Anbindung der Desktop-Software erweitern. Die Mischung aus Online- und Offline-Angeboten wolle niemand aufgeben, so der Microsoft-Boss Steve Ballmer auf einer Analystenkonferenz in Redmond.

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