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Microsoft drohen strenge Wettbewerbs-Auflagen in Europa

10.05.2002 | 11:35 Uhr |

Wettbewerbskommissar Mario Monti will den Softwareriesen dazu zwingen, den Media Player aus dem Betriebssystem zu entfernen.

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti bereitet nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" vom Freitag strenge Auflagen gegen Microsoft vor. Danach soll der weltgrößte Softwarekonzern gezwungen werden, den "Media Player" aus seinem Betriebssystem Windows herauszulösen. Der "Media Player" dient zum Abspielen von Musik und Videos und ist bislang fest in das Betriebssystem integriert. Monti hat nach dem Bericht Bedenken, dass Microsoft seine marktbeherrschende Position ausnutzt. Mit dem "Media Player" konkurriert das Unternehmen mit dem US-Konzern Real Networks und dessen "Real Player".

Zuletzt hatte Microsoft-Gründer Bill Gates persönlich in dem ähnlich gelagerten Kartellprozess in den USA argumentiert, dass Windows ohne fest installierte Softwarebestandteile nicht funktionieren würde. Neun US-Bundesstaaten fordern von dem Konzern ebenfalls, eine abgespeckte Windows-Version anzubieten. Unter anderem soll Microsofts Internet-Browser aus dem Betriebssystem entfernt werden. Gates wie auch zuvor Microsoft-Chef Steve Ballmer hatten diese Forderungen mit der Begründung zurückgewiesen, dass eine Light- Version von Windows nicht funktionsfähig sei.

Monti erwägt dem Bericht zufolge außerdem, dass Microsoft seinen Wettbewerbern wichtige Informationen zu Programm-Schnittstellen von Windows offen legen soll. Bislang mache es Microsoft Wettbewerbern wie Sun Microsystems schwer, ihre Serversoftware an Windows anzupassen. Das Kartellverfahren soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. (dpa)

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