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Microsoft droht Monti einstweilige Verfügung an

26.11.2003 | 11:40 Uhr |

Im EU-Kartellverfahren gegen Microsoft droht der Softwarekonzern der EU-Kommission einem Pressebericht zufolge mit einer einstweiligen Verfügung vor dem Europäischen Gericht erster Instanz.

Die Anwälte von Microsoft hätten EU-Kommissar Mario Monti sehr deutlich vor Maßnahmen gewarnt, die das Unternehmen in seiner Substanz treffen, berichtet das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Brüsseler Kreise.

Sollte Monti Microsoft zwingen, die Schnittstellenprotokolle seiner Zentralrechner für Computernetze (Server) Konkurrenten wie Sun oder Oracle zur Verfügung zu stellen, sei dies "eine Zwangslizenzierung mit schwerwiegenden Konsequenzen für das Microsoft-Geschäftsmodell", zitiert das Handelsblatt einen mit dem Fall vertrauten Rechtsanwalt.

EU-Kommissar Monti wirft Microsoft unter anderem vor, auf rechtswidrige Weise seine Marktmacht bei PC-Betriebssystemen auf dem Markt der einfachen Server Betriebssysteme erweitert zu haben. Sollte das Europäische Gericht erster Instanz die für nächstes Jahr erwartete Microsoft-Entscheidung stoppen, wäre dies eine Schlappe für Monti, schreibt das "Handelsblatt" weiter. Nach Zeitungsangaben kippte das Gericht im Oktober 2001 in einem ähnlichen Fall die von Monti geforderte Zwangsoffenlegung der Erfassungsraster des pharmazeutischen Dateninformationsdienstes IMS Health. Das Brüsseler Microsoft-Verfahren läuft seit 2000.

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