887736

Microsoft droht hohe Geldstrafe der EU-Kommission

10.10.2001 | 00:00 Uhr |

Dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft droht einem Zeitungsbericht zufolge ein hohes Bußgeld der EU- Kommission. Das Unternehmen könnte in einem Wettbewerbsverfahren auch gezwungen werden, Bestandteile aus seinem Betriebssystem Windows zu entfernen, berichtete das «Wall Street Journal Europe» am Mittwoch unter Berufung auf ein vertrauliches Dokument der Kommission. Microsoft werde zudem vorgeworfen, die Untersuchungen behindert und falsche Dokumente vorgelegt zu haben. Die Strafe solle deswegen höher ausfallen.
EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti sagte jedoch am Mittwoch in Brüssel, das Verfahren befinde sich noch einem frühen Stadium. Eine Geldstrafe sei nur eine der Möglichkeiten. Derzeit sei es noch «verfrüht», darüber zu spekulieren. Das «Wall Street Journals» verwies auf einen «ungewöhnlich scharfen Ton» des internen Dokuments der Kommission. Die Kommission könne eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Dollar (2,74 Mrd Euro) oder zehn Prozent des Umsatzes verhängen.
Die EU-Kommission wirft dem Softwarekonzern vor, seine Marktstellung bei Betriebssystemen und Bürosoftware missbraucht zu haben. Außerdem wird untersucht, ob der Konzern seine Produkte bewusst so gestaltet, dass sie zusammen mit Software der Konkurrenz nicht funktionieren. Microsoft habe mit der Kommission kooperiert und nicht gegen europäisches Kartellrecht verstoßen, sagte ein Microsoft- Sprecher. Das Unternehmen werde kommenden Monat auf die Vorwürfe reagieren. dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
887736