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Microsoft entwickelt Konkurrenz zu PDF

19.05.2005 | 14:13 Uhr |

Mit Metro entwickelt Microsoft für Longhorn ein eigenes portables Dokumentenformat, das eng an Adobes PDF angelehnt ist.

Während der Konkurrenz zwischen Mac-OS X 10.4 und Longhorn, der nächsten Version von Windows, reichlich Aufmerksamkeit zuteil wird, spielt sich ein anderer Konkurrenzkampf eher im Hintergrund ab: Unter dem Codenamen Metro entwickelt Microsoft nämlich parallel zu seinem Betriebssystem ein portables Dokumentenformat, das frappierende Ähnlichkeit zu Adobes PDF aufweist. Auch wenn Microsoft schon länger davon sprach, für Longhorn eine Technologie zum Umgang mit Dokumenten entwickeln zu wollen, war bislang nicht klar, dass diese Bestrebungen in einem eigenen Dokumentformat münden würden. Viele Windows-Entwickler hatten die Ankündigungen offenbar auf Microsofts Sharepoint Services oder das neue Dateisystem von Longhorn bezogen.

XML basiertes Format

Auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz Winhec stellte Gates Metro vor, gleichzeitig veröffentlichte Microsoft erste Spezifikationen . Das XML-basierte „Modular Content Framework and Document Format“ (Metro) wird es ebenfalls über den Druckertreiber von Windows geschrieben, und zwar nach Aussagen von Bill Gates anlässlich der Entwicklerkonferenz Winhec, automatisch, sobald der Anwender ein Office-Dokument oder eine Bilddatei unter Windows sichert. Diese zusätzlich zur Anwendungsdatei erstellten Dokumente lassen sich dann entweder per Mail verschicken oder drucken. Letzteres sogar ziemlich schnell, wie Gates auf seiner Demonstration an einem Xerox-Drucker vorführte. Der Geschwindigkeitsvorteil auf Druckern mit einer Metro-Engine soll Gates zufolge bis zu 70 Prozent betragen. Microsoft versuche daher, die Druckerhersteller dazu zu bringen, das neue Format ebenso zu unterstützten wie etwa Adobe Postscript. Die Dateien sollen sich über einen speziellen Reader unabhängig vom Herstellungsprogramm auf jedem Rechner, Handy oder PDA ansehen lassen. Im Gegensatz zu PDF soll Metro aber fest im Windows-Betriebssystem verankert sein, da es direkt das WinFX Programmierermodul anspricht. Anwender älterer Windows-Versionen sollen Metro-Dokumente über einen dem Adobe Reader vergleichbaren Metro Reader öffnen können.

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