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Microsoft fühlt sich politisch verfolgt

06.04.2006 | 11:29 Uhr

Die Chefjustiziarin von Microsoft Deutschland, Dorothee Belz, wirft der Kartellrechtskommissarin Neelie Kroes mangelnde Objektivität sowie Befangenheit vor. Das EU-Kartellrechtsverfahren gegen Microsoft sei zu einem "politischen Verfahren" geworden.

Dorothee Belz GF Microsoft Deutschland
Vergrößern Dorothee Belz GF Microsoft Deutschland

In einem Interview mit der COMPUTERWOCHE nahm Belz, die auch Mitglied der Geschäftsleitung ist, Stellung zu Äußerungen von EU-Kartellrechtskommissarin. Kroes hatte in einem Brief an Microsoft-Chef Steve Balmer gedroht, das nächste Windows-Betriebssystem nicht für den europäischen Markt zuzulassen. Kroes hatte in dem Brief angedeutet, die EU-Kartellbehörde werde die Vermarktung von "Vista in Europa verbieten, sollten in diesem Betriebssystem bestimmte Software-Features integriert sein".

"Wir gehen davon aus, dass Microsoft Vista in einer Weise entwirft, die den Bestimmungen des europäischen Wettbewerbsrechts entsprechen", sagte Kroes. "Es wäre ziemlich dumm, etwas zu entwickeln, dass diesen Bestimmungen nicht entspricht."

Microsoft-Sprecher Tom Brookes hatte in einer ersten Stellungnahme gesagt, seinem Unternehmen liege der Brief der EU-Kommission noch nicht vor. Deshalb könne Microsoft keinen Kommentar dazu abgeben. Belz schloss sich dieser Aussage an, kritisierte aber EU-Kommissarin Kroes: "Wenn sich eine Wettbewerbskommissarin tatsächlich zu solch einer Bemerkung verleiten lässt, dann muss ich mir schon überlegen, ob sie mit der nötigen Objektivität an dieses Verfahren herangeht." Belz fragte sich, "ob Kroes vielleicht eine persönliche Erfolgsgeschichte daraus machen möchte, Microsoft etwas zu beweisen".

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