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Microsoft geht gegen Millionenstrafe in Südkorea vor

27.03.2006 | 15:04 Uhr |

Microsoft hat Berufung gegen strenge technische Auflagen der südkoreanischen Wettbewerbsbehörde eingelegt. Seine Aktivitäten seien nicht nur mit dem koreanischen Recht vereinbar, sondern brächten den Verbrauchern und der Technologieindustrie des Landes Vorteile, betonte der weltgrößte Softwarekonzern am Montag in Seoul.

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In dem Streit geht es um die Bündelung von Softwareanwendungen in dem Betriebssystem Windows von Microsoft. Das Unternehmen forderte vom zuständigen Gericht die Aufhebung der Kartellrechtsentscheidung durch die südkoreanische Handelskommission (KFTC).

Nach vier Jahre dauernden Ermittlungen war die Kommission im Dezember zu dem Ergebnis gekommen, dass der US-Konzern seine vorherrschende Stellung bei Betriebssystemen ausnutze, um Wettbewerber vom Markt auszuschließen. Die Kommission ordnete wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht die Zahlung eines Bußgelds von 33 Milliarden Won (etwa 28 Mio Euro) an. Zugleich wurde Microsoft dazu verpflichtet, eine Windows-Version ohne das Medienabspielprogramm Media Player und der Software für den Instant Messenger von Windows anzubieten. Microsoft hatte die Vorwürfe bestritten.

«Die auferlegten Beschränkungen durch KFTC sind extremer als jene der Europäischen Kommission», hieß es in einer Erklärung des Konzerns vom Montag. Die Entscheidung der KFTC würde zu «Komplexitäten» für koreanische Hardware- und Software-Hersteller führen, wodurch deren globale Wettbewerbsfähigkeit verringert werde. Die EU-Kommission hatte den US-Konzern im März 2004 wegen ähnlicher Vorwürfe wie die der KFTC zur Zahlung eines Rekordbußgeldes von 497 Millionen Euro verurteilt.

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