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Microsoft gibt nach

02.02.1998 | 00:00 Uhr |

Im Rechtsstreit um Microsofts (siehe "Szene" in "Macwelt") unerlaubte Bündelung des Betriebssystems Windows 95 mit dem Web-Browser Internet Explorer gibt die Gates-Company nach. Am 22. Januar einigten sich Microsoft und das die Anklage führende Justizministerium außergerichtlich darauf, den Rechtsstreit beizulegen. Microsoft stimmt nun zu, Hardwareanbieter (OEMs) mit der neuesten Version von Windows 95 zu versorgen und den Web-Browser Internet Explorer getrennt auszuliefern. Bislang lieferte das Unternehmen aus Redmond lediglich eine veraltete Version von Windows 95 ohne den Web-Browser aus.

In Zukunft erhalten die OEMs zwei weitere Lizenzmöglichkeiten, zum einen Windows 95 ohne Internet-Explorer-Button und -Dateien oder Windows 95 mit Internet-Explorer-Code, aber ohne Button zum Aktivieren der Software. Unberücksichtigt von der Einigung bleibt die Ansicht des Justizministeriums, daß Microsofts Marketingpraktiken gegen das Wettbewerbsgesetz verstoßen. Auch für Windows 98, das zukünftige Microsoft-Betriebssystem, ist die jetzt erzielte Übereinkunft nur von geringer Bedeutung. Microsoft will in Windows 98 zahlreiche Internet-Funktionen integrieren. mst

Im Visier der Kartellbehörden

Microsoft befindet sich nicht erst seit 1997 im Rechtsstreit mit der US-Kartellbehörde, der Federal Trade Commission (FTC). Laut dpa haben die FTC und das Justizministerium den Softwareriesen aus Redmond bereits seit 1990 im Visier.

- Juni 1990: Die FTC überprüft Absprachen zwischen Microsoft und IBM.

- Juli 1994: Microsoft erklärt sich bereit, seine Lizenzierungspraktiken zu ändern.

- April 1995: Das Justizministerium verhindert Microsofts Übernahme des Softwareunternehmens Intuit.

- August 1995: Das Justizministerium untersucht die geplante Bündelung von Windows 95 und des Internet Explorers.

- August 1996: Netscape fordert vom Justizministerium, Microsofts unerlaubten Einsatz seiner Marktdomininanz zu prüfen.

- Augsut 1997: Microsofts 150-Million-Dollar-Engagement bei Apple wird überprüft.

- Oktober 1997: Die Bündelung des Internet Explorers mit Windows 95 ist laut Justizministerium unzulässig.

- Dezember 1997: Ein US-Bezirksgericht fordert Microsoft auf, den Internet Explorer und Windows 95 als eigenständige Produkte auszuliefern.

- Januar 1998: Microsoft einigt sich mit dem US-Bezirksgericht.

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