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Microsoft kündigt Office 2001 for Macintosh an

28.04.2000 | 00:00 Uhr |

Irving Kwong, Produktmanager für den Mac-Bereich bei Microsoft, hat am Donnerstag Details zu dem für Herbst geplanten Update von Microsoft Office auf Version 2001 bekannt gegeben. Schon Freitag vergangener Woche hatte ein für wenige Stunden versehentlich auf Mactopia, der Macintosh-dedizierten Web-Seite des Unternehmens, veröffentlichter Bericht für Aufmerksamkeit gesorgt.
Nachdem bei der Entwicklung von Office 2000 die Verbesserung des Workflow an erster Stelle gestanden habe, konzentriert sich Microsoft bei Version 2001 "auf Dinge, die wichtig für die persönliche Produktivität sind", so Kwong.
Auch wenn Office 2001 kein komplett neues Programm sein wird, gehen die Änderungen doch über ein normales Update hinaus. Zentrale Bestandteile des neuen Office werden nach Informationen der Microsoft-Web-Seite (www.microsoft.com/macoffice/X/announce.htm) ein E-Mail-Client und ein Personal Information Manager (PIM) sein, die von allen "klassischen" Modulen wie Word, Excel oder Powerpoint aus zugänglich sind. Der PIM besteht aus einem Adressbuch und einem Kalender mit drei Fenstern: Zwei kleinen für den aktuellen Tag und Monat und einer großen Tages-, Monats- oder Jahresansicht.

Die Verknüpfung der beiden neuen, zentralen Office-Bestandteile mit den schon bekannten Komponenten soll so eng sein, dass beispielsweise Word-Funktionen auch im E-Mail-Client funktionieren.

Der E-Mail-Client

Der neue E-Mail-Client mit dem Codenamen Alpaca, den Kwon in der Ankündigung als "aufgeputschtes Outlook Express" bezeichnete, erlaubt das Gruppieren von E-Mails, Andressen, Aufgaben und Notizen in einer vom Anwender definierbaren Form. Diese Bestandteile lassen sich sortieren, durchsuchen oder nach bestimmten Kriterien gefiltert darstellen. Jeder dieser Formen lässt sich ein eigenes Icon zuordnen, sodass der Client die gewünschte Darstellung auf Mausklick präsentiert. Eine weitere neue Funktion verlinkt einzelne oder mehrere E-Mails mit bestimmten Dateien auf dem Mac, die sich dann alle auf einen einzigen Befehl öffnen.

Die schon in Outlook vorhandene Möglichkeit, wichtige E-Mails zu markieren, haben die Entwickler ausgebaut. Nun lassen sich auch Kennzeichen zur Wiedervorlage an E-mails heften, die wiederum Bestandteil des neuen Kalenders von Office 2001 sein sollen. So lässt sich etwa ein E-Mail mit einem Termin so markieren, dass es den Anwender in allen anderen Office-Applikationen an den Termin erinnert.

Eine Funktion, die die letzten 150 E-Mail-Adressen speichert und eine Adresse bei der Eingabe automatisch komplettiert (ähnlich der vergleichbaren Funktion im Internet Explorer zur Eingabe von Web-Adressen) soll dem Anwender die Arbeit ebenso erleichtern, wie die Werkzeugpalette, die Funktionen zu Autorkorrektur und Gliederung von Word, die nun auch im E-Mail-Client verfügbar sind.

Der Personal Information Manager

Der neue Kalender, von Kwong als "Zeitplaner für Office" charakterisiert, ähnelt dem von Palm Desktop bekannten. - Nicht ohne Grund, lassen sich doch beide Bestandteile des PIM, Kalender und Adressbuch mit Palm-Geräten abgleichen (allerdings nur unter Mac-OS, wie Kwong betonte.) Alle gespeicherten Termine, Aufgaben und Eintragungen des Adressbuches lassen sich nach den Kategorien "Business", "Familie", "Freunde" ordnen. Jede Eintragung im Adressbuch besteht aus sechs über Reiter abrufbaren Fenstern: Name&E-Mail, privat, geschäftlich, persönlich, sonstiges und Zusammenfassung. Im Fenster "Zusammenfassung" rufen sogenannte Action-Knöpfe zusätzliches Material auf, etwa einen Stadtplan, eine neue E-Mail oder ein Word-Dokument.

Mit dem Update, dessen Neuerungen übrigens in der Windows-Version noch nicht vorhanden sind, richtet sich Microsoft an Heim- und Soho-Anwender, also letztendlich auch an die neue iMac- und iBook-Clientel. Auf diese Anwender richtet Micrsoft mittlerweile sein ganzes Interesse, da sie nach Aussagen von Kwong im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen Microsoft sein Hauptgeschäft im Mac-Bereich mit Unternehmen machte, 60 bis 70 Prozent der aktuellen Käuferschaft stellen. Zu Änderungen in Word, Excel oder Powerpoint machte Microsoft bis dato keine Angaben, das Update soll auch erst in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen. Kwong versicherte, das Update solle die Mac-OS Versionen 8.x und 9.x unterstützen, für Mac-OS X wolle man eine eigene Version entwickeln. Dafür bemühe sich das Unternehmen, Internet Explorer und Outlook Express für Mac-OS X so zeitig zu entwickeln, dass die Programme von Apple mit auf die Installations-CD gepresst werden könnten. "Unser Ziel ist es, sie auf der Mac-OS-X-CD zu haben", sagte Kwong wörtlich. mbi

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