959702

Microsoft reicht fristgerecht technische Informationen bei EU ein

24.11.2006 | 09:23 Uhr |

Kurz vor Ablauf eines EU-Ultimatums hat Microsoft der Kommission in Brüssel technische Informationen für Konkurrenten geliefert.

Microsoft drohen strenge Wettbewerbs-Auflagen in Europa
Vergrößern Microsoft drohen strenge Wettbewerbs-Auflagen in Europa

Die EU-Wettbewerbshüter wollen nun «zu gegebener Zeit» darüber entscheiden, ob Microsoft damit seine Verpflichtungen vollständig erfüllte, sagte der Sprecher von EU- Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Donnerstag in Brüssel. Das werde eher Monate als Wochen dauern. Dem weltgrößten Softwareunternehmen droht eine neue millionenschwere EU-Geldbuße. Bei den Konflikt geht es darum, wie das Betriebssystem Windows für Arbeitsgruppenrechner mit Anwendungen anderer Hersteller dialogfähig gemacht werden kann. Brüssel fordert dazu seit Jahren komplette Schnittstelleninformationen, um die Konkurrenz in der Sparte anzukurbeln. Die Frist lief bis Donnerstag Mitternacht.

Microsoft-Konkurrenten sollen jetzt prüfen, ob die Informationen ausreichen. Auch der von der Kommission eingesetzt Treuhänder werde die Daten untersuchen. Microsoft sprach von einer wichtigen Etappe. Das Unternehmen werde weiterhin eng mit der Kommission zusammenarbeiten, um die Auflagen der Behörde vollständig zu erfüllen. Microsoft hatte eine Gruppe von 300 Mitarbeitern beauftragt, um die Kommissions-Norm für die technische Dokumentation zu erfüllen. Microsoft hatte im Juli geänderte technische Informationen geliefert. Diese reichten laut Kommission jedoch nicht aus. Die Kommission hatte dem Konzern Mitte des Monats mit einem täglichen Bußgeld von bis zu 3 Millionen Euro gedroht, falls die technischen Informationen nicht ergänzt werden sollten. Die Kommission hatte den Konzern im März 2004 mit einem Rekordbußgeld von 497 Millionen bestraft und ihn zur Öffnung von Windows für mehr Wettbewerb verurteilt. Im vergangenen Juli gab es dann ein weiteres Bußgeld von 280,5 Millionen Euro wegen Nichterfüllung der alten Sanktionen. (dpa)

0 Kommentare zu diesem Artikel
959702