938275

Microsoft setzt auf RSS für Longhorn-Updates

27.06.2005 | 14:31 Uhr |

Nachdem einige wichtige Features aus Longhorn gestrichen wurden, kündigte Microsoft nun eine umfangreiche RSS-Unterstützung für den XP-Nachfolger an.

Sinn dieser "RSS Platform" soll es sein, alle Abonnements zentral vom Betriebssystem verwalten zu lassen. Bisher führen alle RSS-Anwendungen eine solche Liste selbst, in Zukunft können sie über eine neue Programmier-Schnittstelle Nachrichtenkanäle in die Windows-Datenbank ("Common Feed List") eintragen oder von dort auslesen.

Aus der Sicht der Anwendungsentwicklung legt Microsoft besonderen Wert auf so genannte Enclosures, also Einschlüsse von diversen Datenformaten in den XML-Datenstrom. Dabei kann es sich um Audio- und Videodateien, aber auch - wie Microsoft auf der Gnomedex-Konferenz vorführte - um Kalendereinträge im iCalalendar-Format handeln. RSS mutiert damit zum Transportmedium für alle möglichen anwendungsspezifischen Daten, die von Windows-Programmierern abgerufen werden können. Im Fall von Kalendern könnte ein Outlook-Anwender etwa Veranstaltungshinweise im Web abonnieren, die dann automatisch von der Groupware übernommen würden.

Microsoft möchte im Rahmen seiner RSS-Pläne das Syndication-Format erweitern, um ihm neue Anwendungsgebiete zu erschließen. RSS wurde ursprünglich als Schlagzeilen-Service konzipiert, bei dem neue Nachrichten ganz oben auftauchen und im Lauf der Zeit von nachfolgenden Informationen nach hinten verdrängt werden. Dieses Muster eignet sich beispielsweise nicht für Listen, deren Updates nur in einer neuen Sortierung bestehen. Dies trifft etwa auf Hitparaden oder Bestseller-Verzeichnisse zu. Die von Microsoft vorgesehenen Erweiterungen signalisieren der Client-Anwendung, dass sie es mit solchen Daten zu tun hat. Die RSS-Extensionen sollen unter der Lizenz Creative Commons ("Some rights reserved") publiziert werden.

In den Genuss der RSS-Initiative kommt zukünftig auch der Internet Explorer. Er soll in der Version 7 jene Feeds, die eine Website anbietet, automatisch bei ihrem Besuch entdecken können. Diese Funktion ist bei der Konkurrenz schon seit längerem vorhanden, etwa bei Firefox und Opera.

Die Idee einer plattformübergreifenden Verwaltung von RSS hat bereits Vorläufer in der Apple- und Java-Welt, und zwar mit "Safari RSS" und "Rome". (ws)

0 Kommentare zu diesem Artikel
938275