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Microsoft sieht keine Alternative zu Yahoo

05.02.2008 | 10:08 Uhr |

Der Chef des Softwareriesen Microsoft, Steve Ballmer, sieht keine Alternative zum Kauf des Internet-Konzerns Yahoo.

Parallel will Ballmer aber auch die angestammten Produkte nicht aus den Augen verlieren. "Wir brauchen die gemeinsame Forschungs- und Entwicklungskapazität, um mit dem Marktführer mitzuhalten", sagte Ballmer am Montag auf einer Analystenkonferenz. Durch den Zusammenschluss entstünde eine starke Nummer zwei bei der Internet-Suche. Auf keinem anderen Weg, das machte Ballmer klar, könne die Marktdominanz des Erzrivalen Google gebrochen werden. "Es sind die gleichen Fixkosten, ob ein Mensch oder eine Milliarde Menschen oder zwei Milliarden deine Suchtechnik nutzen." Microsoft bietet knapp 45 Milliarden Dollar für Yahoo "Das ist ein großzügiges Angebot", sagte Ballmer. Die Yahoo-Aktie hatte in den vergangenen Monaten an Wert verloren, war das Internet-Urgestein doch immer weiter gegenüber Google ins Hintertreffen geraten. Konzernchef und Firmenmitgründer Jerry Yang musste jüngst sogar den Abbau von 1.000 der 14.300 Arbeitsplätze verkünden.

Finanzieren will Microsoft die Übernahme durch eigene Aktien und Bargeld aus seiner prall gefüllten Kriegskasse. Darüber hinaus will sich Microsoft auf dem Kapitalmarkt bedienen, wie Finanzchef Chris Liddell auf der Analystenkonferenz sagte. Eine genaue Prognose, wie sich die Übernahme auf das Ergebnis von Microsoft auswirkt, wollte Liddell nicht geben. "Das hängt davon ab, wie schnell wir die Übernahme stemmen können." Der Software-Konzern will jährlich eine Milliarde Dollar an Synergien heben. "In einigen Monaten gibt es eine genauere Prognose", sagte der Finanzchef.

Microsoft-Chef Ballmer machte auf der Analystenkonferenz unmissverständlich klar, dass er über die Verstärkung im Online-Geschäft die Kernprodukte nicht vernachlässigen will. Die meiste Zeit sprach er über die Wachstumspläne für das Betriebssystem Windows Vista, die Großcomputer-Software Server 2008, das Büropaket Office, die Microsoft Unternehmens-Software, die Spielekonsole Xbox und den Musikspieler Zune. Er kündigte in allen Bereichen "große Investitionen" an - vor allem im Marketing. "Wir müssen mehr für Windows werben", sagte Ballmer. Ballmer will die etablierten Produkte verstärkt mit dem Internet verbinden. Dies geschieht offenkundig im Hinblick auf die Bestrebungen Googles bei Online-gestützter Software. So bietet der Suchmaschinen-Primus ein komplettes Office-Paket zur Nutzung über das Web an. Auch die Finanzierung von Software über Werbung sprach Ballmer an. Hier kommt der Yahoo-Kauf ins Spiel, ist die Spezialität des Internet-Konzerns doch die Vermarktung von Werbung übers Web. (dpa)

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