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Microsoft soll Kartellregelung verletzen

22.01.2007 | 14:31 Uhr |

Microsoft soll gegen Auflagen des amerikanischen Justizministeriums verstoßen. Das behaupten Anwälte, die Konsumenten in Iowa vertreten.

Die Anklage wirft Microsoft vor, seine Monopolstellung ausgenutzt und überhöhte Preise für seine Betriebssysteme verlangt zu haben. Insgesamt sollen die Verbraucher im US-Staat Iowa 350 Millionen US-Dollar zu viel gezahlt haben.

Die Rechtsanwälte der Kläger behaupten, Microsoft lege wichtige Programmierschnittstellen nicht offen. Damit verstoße das Unternehmen aber gegen die Auflagen, die das US-Justizministerium im Jahr 2002 erlassen hatte, so die Anklage.

Im Dezember 2006 hatten bereits Sicherheitsfirmen wie Symantec kritisiert, dass Microsoft ihnen keinen Zugang zu der Vista-Technologie Patchguard gewährt hatte. Der Microsoft-Konzern hatte darauf neue Programmierschnittstellen für die Hersteller geschaffen.

Microsoft wies die Vorwürfe der Anklage zurück. Man halte sich an das Abkommen von 2002, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Microsoft-Mitarbeiter würden Macs kaufen

Brisant sind gleichzeitig die Beweisstücke, die dem Gericht vorliegen. In einer E-Mail beklagt sich der damalige Entwicklungschef Jim Allchin über die Zustände bei Microsoft. "Ich weiß nicht, wie es dazu kommen konnte, dass das Unternehmen aus den Augen verloren hat, was für Kunden wichtig ist", schrieb Allchin 2004. Und, was Apple besonders freuen dürfte: "Wäre ich nicht bei Microsoft, würde ich einen Mac kaufen".

Gleichzeitig enthält die E-Mail eine Warnung an alle, die ihre Gedanken leichtfertig der elektronischen Post anvertrauen. "Please don't forward.", bat der Microsoft-Angestellte in seiner Mail. Mittlerweile kann die E-Mail jeder, der einen Internetanschluss hat, lesen.

Info: Dokumente der Anklage

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