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Microsoft startet MSN-Musikdienst

02.09.2004 | 15:34 Uhr |

Optik, Benutzerrechte, Preise: Der neue Microsoft MSN-Musikdienst lehnt sich stark an den Marktführer Apple an.

Für 99 Cent pro Stück bietet Microsoft in seinem bisher noch Browser basierenden Online-Musikladen Songs an. Ein Preis der mittlerweile Branchenstandard zu sein scheint, wenn man von Reals nicht klar definierter Rabattaktion oder den uneinheitlichen Konzept der OD2-Ableger mal absieht.

Stärker sind die Unterschiede zwischen den bisherigen Diensten bei Albenpreisen und Auswahl. Die beim iTunes Musikstore (iTMS) nahezu standardisierten 9,99 Dollar oder Euro nimmt zwar auch Microsoft als Messlatte. Der auf MSN aufsetzende Dienst hat jedoch manches günstiger, aber auch sehr vieles deutlich teuerer im Angebot.

Dieses ist indes um einiges schmaler. Mit 500 000 Titeln wirbt der Redmonder Riese, Apples Dienst bietet jetzt über eine Million Titel an. Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass lediglich drei der fünf Major-Labels mit im Boot sitzen. EMI, Unversial und Sony sind bereits beim Start mit von der Partie. Sonys Fusionspartner BMG und Timer Warner sitzen wohl noch am Verhandlungstisch.

Dort pokern die Musikschwergewichte mit Microsoft nur um den US-Markt. Denn nur Nutzer einer Kreditkarte mit Postanschrift innerhalb der Vereinigten Staaten dürfen sich für den virtuellen Musikladen registrieren. Ob der MSN-Musikdienst nach Europa kommt, steht noch in den Sternen. Für Deutschland hat es Microsoft schon fast ausgeschlossen, da man hierzulande mit OD2 kooperiere.

Auch geht es auf der Webseite des Angebots recht restriktiv zu. Selbst Hörproben setzen Windows 98 SE, 2000 oder XP mit dem hauseigenen Mediaplayer voraus. Erfüllt man diese Vorgabe, braucht es trotz Breitbandverbindung doch eine ordentliche Weile, bis der erste 30-Sekunden-Hörbrocken aus den Lautsprechern schallt. Dabei orientieren sich Seitenaufbau, Menüführung und sogar eine Aqua-ähnliche Optik stark an das Vorbild von Apple, das aufgrund seiner direkten Integration in iTunes einen deutlich schnelleren Eindruck macht als die MSN-Webseite. Als einziges noch nicht vom Original bekannte Feature ist eine Bewertungsfunktion eingebaut, so dass man bei den Nutzern beliebte Lieder nicht nur über das Verkaufsranking erkennen kann.

Hat man sich erst nun für einen Ohrwurm entschieden, bekommt man in den Genuss der gleichen Rechte wie sie die Fairplay-Lizenzbestimmungen aus Cupertino gewähren. Ein Song darf auf maximal fünf Windows-Rechner genutzt, sieben Mal in der gleichen Playlist-Zusammenstellung auf CD gebrannt und begrenzt oft auf autorisierten Musikplayern tranferiert werden. Der große Unterschied ist natürlich das Audio-Format. Statt AAC setzt Microsoft auf WMA, das Songs mit Bitraten von bis zu 160 KBit/s kodiert.

Ob der MSN-Musikdienst, der sich zur Zeit noch in der öffentlichen Testphase befindet, auch später direkt in den neuen Windows Media Player 10 einzieht, der ebenfalls den Public Beta-Status erreicht hat, ist noch unklar. Allerdings deutet ein spezielles Programmfeld schon darauf hin, dass der Browser basierende Onlineladen MSN Music später wohl auch direkt in die Microsoft Software integriert wird.

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