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Microsoft stellt Windows 10 vor

30.09.2014 | 18:55 Uhr |

Microsoft hat am Dienstag offiziell den Windows-8-Nachfolger enthüllt. Dieser trägt den Namen: Windows 10. Hier stellen wir die Details vor.

Microsoft hat nun offiziell den Nachfolger von Windows 8 vorgestellt. Und zwar bei einem klein gehaltenen Event für Medien und Analysten in San Francisco. Vor rund 50 Gästen gab Windows-Chef Terry Myerson einen Ausblick auf die kommende Windows-Version.

Die wichtigste Nachricht gleich zum Start

Die neue Windows-Version trägt den Namen: Windows 10.

Windows 10: "Nicht Windows 9 oder Windows One"

"Windows ist an einer Schwelle (engl. Threshold, der Codename der neuen Windows-Version; Anm. der Redaktion) und nun ist es Zeit für ein neues Windows", sagte Myerson. Und fügte hinzu: Es wäre nicht richtig es Windows 9 zu nennen. Und auch nicht Windows One, in Anspielung auf die Xbox One. Wobei ein Bild gezeigt wurde, auf dem der junge Bill Gates mit einer Diskette mit der allerersten Windows-Version zu sehen war. "Das neue Windows ist Windows 10", verkündete Myerson.

Windows 10: Ein Betriebssystem für alle Geräteklassen und Einsatzzwecke

Mit Windows 10, so Myerson, wolle Microsoft ein Betriebssystem liefern, das auf unterschiedlichsten Geräten vom Smartphone über Tablets und Notebooks bis hin zu Desktop-Rechnern und Konsolen lauffähig sei. Windows 10 werde, versprach Myerson, "einen Store und einen Weg bieten, um Applikationen zu entdecken, zu kaufen und zu aktualisieren und das über alle Geräte hinweg". Für Entwickler liegen die Vorteile auf der Hand: Sie können ihre Applikationen auf und für eine Plattform entwickeln, die auf vielen unterschiedlichen Geräten zum Einsatz kommt.

"Windows 10 wird die umfassendste Plattform aller Zeiten werden", sagte Myerson. Dabei werde auch der Einsatz von Windows in Unternehmen nicht vernachlässigt. So sei Windows 10 mit allen traditionellen Management-Systemen kompatibel

Windows 10: Mit neuem Startmenü - erster Blick auf das neue Windows

Microsoft stellte bei der Veranstaltung auch eine erste Vorabversion von Windows 10 vor. Es handele sich um eine frühe Vorabversion, wie dabei betont wurde. Wie erwartet wurde dabei auch das neue Startmenü vorgestellt. Das aus Vor-Windows-8-Zeiten her bekannte Startmenü feiert ein Comeback. Hier haben die Anwender künftig nicht nur Zugriff auf alle auf dem Rechner installierten Programme, Dokumente, Musik und Fotos. Auch schicke Live-Kacheln sind hier vertreten.

"Wir wollen, dass alle Windows-7-Nutzer das Gefühl haben, sie seien gestern mit einem Prius der ersten Generation gefahren und nun mit Windows 10 ist es wie mit einem Tesla", hieß es während der Präsentation der neuen Windows-10-Funktionen. Und weiter: Sie müssten nicht das Fahren neu erlernen. Das von Windows 7 gewohnte werde mit einigen Elementen von Windows 8 gepaart. Wichtig sei dabei die Personalisierung des Betriebssystems. Das gelte auch für das Startmenü, das Anwender jederzeit beliebig anpassen können.

Windows 10: Universelle Apps künftig in Fenstern lauffähig

Die von Windows 8 her bekannten Kachel-Apps - und das zugrundeliegende Entwicklungskonzept der universellen Apps - wird es auch mit Windows 10 weiterhin geben. Allerdings lassen sich die Apps künftig auch unter Windows 10 in einem Fenster auf dem Desktop nutzen. So können Anwender künftig auch parallel mit herkömmlichen Windows-Anwendungen und universellen Apps arbeiten.

Dabei räumte Microsoft ein, dass die universellen Apps in Windows 8 bisher in einer "Art unterschiedlicher Umgebung laufen". Und das man künftig diese Dualität nicht mehr wünsche und man wolle, dass PC-Nutzer mit Maus und Tastatur wieder in der von ihnen gewohnten Oberfläche arbeiten können.

Windows 10: Neue Funktion Taskview

Der Taskleiste auf dem Desktop wird ein neuer Button für den Aufruf der neuen Funktion "Taskview" spendiert. Diese soll das Multitasking auf Windows-Rechnern verbessern. Über Taskview erhalten Anwender den schnellen Zugriff auf ihre virtuelle Desktops (ebenfalls eine neue Windows-10-Funktion) und den jeweils dort geöffneten Applikationen.

Auch der Umgang mit den unterschiedlichen Fenstern der aktuell geöffneten Applikationen erleichtert Microsoft massiv. Profi-Anwender behalten so leichter den Überblick und können blitzschnell zwischen den Applikationen hin und her wechseln.

Windows 10: Für Powernutzer mit neuen Funktionen

Insgesamt soll diese Powernutzer dank der vielen Verbesserungen produktiver mit Windows 10 arbeiten können. Dazu gehören auch Verbesserungen bei der Steuerung des Betriebssystems über die Tastatur bis hin zu Verbesserungen bei der Kommandozeile. So lassen sich nun Texte aus der Zwischenablage leichter in die Kommandozeile kopieren und dann dort verwenden.

Kachel-Startbildschirm auf Touchgeräten

Auf Windows-10-Geräten mit Touchscreen wird es auch weiterhin den mit Windows 8 eingeführten Kachel-Startbildschirm eingeben.

Windows 10: Technical Preview in Kürze

Microsoft wird in Kürze eine Vorabversion von Windows 10 zum Download freigeben. Sie wird voraussichtlich ab Mittwoch verfügbar sein. "Windows-Enthusiasten" werden dazu eingeladen, die Testversion von Windows 10 ausgiebig zu testen und Microsoft mit Feedback zu versorgen.

Windows 10: Soll in der zweiten Jahreshälfte 2015 erscheinen

Einen konkreten Erscheinungstermin verriet Microsoft noch nicht. Im Laufe der nächsten Zeit werde es viele weitere Infos rund um Windows 10 geben. Das Erscheinen ist "später im Jahr 2015" geplant, so der offizielle Kommentar zu diesem Thema. Allerdings nicht im Frühjahr 2015, wie oft spekuliert wurde. Windows 10 wird laut Microsoft nach der Entwicklermesse Build 2015 erscheinen, die Mitte 2015 stattfinden wird.

Windows 10: Derzeit noch keine Infos zu Preisen und Upgrade-Möglichkeiten

Keine Infos wollte Microsoft auch zu den Preisen und den Upgrade-Möglichkeiten verraten. Diese Infos werde es erst später geben.

Fazit: Windows 10 - Microsoft will die Windows-Nutzer wieder begeistern

Die Windows-10-Präsentation von Microsoft war kurz, knapp und vor allem ehrlich. Offen gesteht der Software-Gigant die mit Windows 8 begangenen Fehler in Bezug auf die klassischen Desktop-Nutzer ein. Und gelobt nun mit Windows 10 Besserung, ohne sich dabei untreu zu werden. Ein Betriebssystem für alle Geräteklassen ist der Schritt in die richtige Richtung. Die für Windows 8 entwickelten Kachel-Apps (universellen Apps) lassen sich auch unter Windows 10 einsetzen. Das dürfte die Entwickler begeistern.

Die nun vorgestellten Neuerungen und Verbesserungen richten sich vorrangig an Power-User. Wir sind sicher: Da wird noch einiges mehr kommen, denn schließlich ist noch über ein halbes Jahr Zeit bis zur Veröffentlichung von Windows 10.

Ja und der Name? Der Sprung von Windows 8 zu Windows 10. Und warum nicht Windows 9? Die selbstbewusste Antwort von Microsoft: "Wenn man dieses Produkt in seiner Fülle sieht, dann sind auch Sie sicherlich der Meinung: Dies ist der passendere Name."

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