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Microsoft stellt Yahoo Ultimatum und droht mit feindlicher Übernahme

07.04.2008 | 10:10 Uhr |

Microsoft hat dem Internet-Konzern Yahoo im Tauziehen um eine Übernahme ein Ultimatum gestellt. Wenn es in den nächsten drei Wochen keine Einigung gebe, werde Microsoft eine feindliche Übernahme von Yahoo anstreben, drohte Microsoft-Chef Steven Ballmer am Samstag in einem Brief an die Yahoo-Spitze an.

Yahoo lehnt das vor gut zwei Monaten erfolgte Angebot im Wert von ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (29 Mrd Euro) bisher als zu niedrig ab. Microsoft will sich bei einem Scheitern der Verhandlungen mit einer Offerte direkt an die Yahoo-Aktionäre wenden. Ballmer drohte in dem Brief, dass in diesem Fall das Microsoft-Angebot niedriger ausfallen dürfte als bisher. Angesichts der schwachen Konjunktur und sinkender Aktienkurse war über eine geringere Offerte bereits spekuliert worden. Zudem will Microsoft bei einem feindlichen Angriff versuchen, eigene Vertreter in den Verwaltungsrat von Yahoo durchzubringen und so den Druck auf das Management zu erhöhen. Bislang hatte Microsoft von einer einvernehmlichen Lösung gesprochen, um einen langwierigen sowie womöglich teuren Übernahmekampf zu vermeiden und die spätere Fusion nicht zu belasten. Die wenigen bisherigen Gespräche hätten allerdings nichts gebracht, kritisierte Ballmer.

Ballmer bezeichnete das bisherige Angebot als „großzügig“ und betonte, dass nach Microsoft-Einschätzung auch die meisten Yahoo- Aktionäre das so sähen. Yahoo hatte in den vergangenen Wochen massiv versucht, die Investoren zu überzeugen, dass das Unternehmen bei einer eigenständigen Zukunft mehr Wert sei. Ballmer, dem manchmal eine brachiale Art nachgesagt wird, formulierte den Brief in scharfen Worten. Er argumentierte, dass in den vergangenen Wochen der Marktanteil von Yahoo bei der Internet- Suche gesunken sei und sich die allgemeine wirtschaftliche Lage verschlechtert habe. Yahoo will nach bisherigen Angaben am 22. April die Zahlen für das erste Quartal vorlegen - und in der Branche und an Wall Street wird spekuliert, dass die Ergebnisse eher schwach ausfallen dürften. Zur Vorlage vor zwei Monaten bedeutete die Microsoft-Offerte mit einem Wert von 31 Dollar je Aktie einen Aufpreis von 62 Prozent auf den Yahoo-Kurs. «Die hohe Prämie, die wir im Januar angeboten haben, ist heute noch bedeutsamer geworden», erklärte Ballmer. Da Microsoft den Yahoo-Anteilseignern zum Teil auch eigene Aktie bietet, deren Kurs inzwischen gesunken ist, schrumpfte auch das Volumen des Deals entsprechend etwas. Nach Brancheneinschätzung liegt es derzeit bei etwa 40 Milliarden Dollar. Yahoo steht bereits unter Druck eines Teils seiner Aktionäre, das Microsoft-Angebot anzunehmen. Andere haben dagegen angedeutet, erst bei einer höheren Offerte verhandeln zu wollen. Microsoft will mit der Yahoo-Übernahme die Dominanz des Rivalen Google bei der Online-Suche und Internet-Werbung brechen. (dpa)

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