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Microsoft stimmt für Konkurrenzformat ODF

18.05.2007 | 14:48 Uhr |

Microsoft setzt sich dafür ein, dass das Konkurrenzformat ODF als amerikanischer Standard vom American National Standards Institute (ANSI) anerkannt wird. Die Entscheidung erscheint merkwürdig, hat aber handfeste Gründe.

Man wolle sich dafür einsetzen, dass das Open Document Format (ODF) in die ANSI-Liste aufgenommen wird, schreibt das Unternehmen in einer Meldung. Die Kunden wollten „eine Wahlmöglichkeit, Interoperabilität und Innovation“, sagte Tom Robertson für das Unternehmen.

In der ANSI-Liste würden derzeit eine Reihe von Formaten fehlen, die weit verbreitet seien, teilt das Unternehmen mit. Neben PDF, .doc, RTF und HTML gehörte dazu das Format ODF.

Der scheinbar merkwürdige Schritt von Microsoft hat handfeste Gründe. Das unternehmenseigene Konkurrenzformat Open XML ist – im Gegensatz zu ODF – noch nicht als ISO-Standard akzeptiert. Nach den Regeln der International Organization for Standardization (ISO) sollte es für jeden Anwendungszweck nur einen Standard geben. Um Open XML als internationalen Standard zu etablieren, muss Microsoft daher argumentieren, dass sein Format andere Aufgaben als ODF erfüllt.

Wird ODF neben Open XML in die ANSI-Liste aufgenommen, dürfte dies die Argumentation von Microsoft erleichtern. Als Dateiformat mit anderen Funktionalitäten könnte Open XML dann eine eigene ISO-Zertifizierung erhalten. Die benötigt der Konzern, um Open XML als Dateiformat für staatliche Behörden zu vertreiben. Wenn Microsoft jetzt ODF als amerikanischen Standard unterstützt, erhofft sich der Konzern letztlich den Durchbruch für sein eigenes Format.

Ende 2007 oder Anfang 2008 soll entschieden werden, ob Open XML als ISO-Standard anerkannt wird.

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