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Microsoft sucht Einigung im Kartellstreit

16.07.2001 | 00:00 Uhr |

Im Kartellverfahren gegen Microsoft
strebt der Software-Konzern neue außergerichtliche Verhandlungen mit
dem US-Justizministerium an. Der weltgrößte Softwarehersteller habe
in dieser Sache Kontakt mit dem US-Justizministerium aufgenommen,
berichtete das Wall Street Journal am Montag. Das gewöhnlich gut
unterrichtete Blatt berief sich auf nicht näher benannte «informierte
Kreise». Microsoft habe den Kontakt zum Justizministerium «weder
bestätigt noch dementiert». Ein Microsoft-Sprecher habe jedoch
erklärt, man sei sich mit der US-Regierung einig, dass der Fall «so
schnell wie möglich» geklärt werden sollte.

Microsoft hat sich dem Bericht zufolge telefonisch mit dem Anti-
Kartell-Chef des Ministeriums, Charles James, in Verbindung gesetzt,
bevor das Unternehmen eine gravierende Lockerung der
Lizenzbestimmungen für das Windows-Betriebssystem verkündete. Das
Unternehmen von Bill Gates und Steve Ballmer hatte in der vergangenen
Woche angekündigt, dass PC-Hersteller Windows-PCs künftig auch ohne
bestimmte Microsoft-Programme wie den Internet Explorer oder den
Windows Media Player ausliefern dürfen. Außerdem können die
Hersteller bei fabrikneuen PCs auch Programme von Microsoft-
Konkurrenten wie AOL oder Real aufspielen.

Ein Berufungsgericht hatte am 28. Juni die Zerschlagung des
Software-Konzerns verworfen. Gleichzeitig bestätigte das Gericht,
dass Microsoft die Dominanz des Windows-Betriebssystems mit illegalen
Praktiken verteidigt habe. Das neue Strafmaß für Microsoft steht noch
aus. Eine außergerichtliche Einigung könnte ein neues Kartellurteil
jedoch überflüssig machen.
dpa

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