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Microsoft und Interpol wollen Internet-Betrügern das Handwerk legen

21.03.2006 | 11:59 Uhr |

Seitdem es Banken gibt, versuchen Betrüger mit fast allen Mitteln an das Geld auf den Konten heranzukommen. Doch erst seitdem das Internet im großen Maßstab für die Abwicklung von legalen Finanzgeschäften genutzt wird, gehören diese Betrugsversuche fast zum Alltag der Bankkunden.

Allein der Onlinedienst AOL fängt derzeit täglich fünf Millionen "Phishing"-E-Mails ab, mit denen Cyber-Kriminelle versuchen, die Zugangsdaten und Transaktionsnummern für Finanzdienste, Online-Shops und andere E-Commerce-Angebote abzufischen.

"Phishing hat im vergangenen Jahr extrem zugenommen", sagte Neil Holloway, Präsident von Microsoft Europa, am Montag in Brüssel auf einem Workshop der Vereinigung der europäischen Internet- Serviceprovider, EuroISPA. Während Anfang 2005 rund 2500 Phishing- Websites bekannt gewesen seien, die beim Cyberbetrug eingesetzt werden, waren es am Jahresende schon 7500.

Microsoft will nun zusammen mit der internationalen Polizeiorganisation Interpol und anderen Strafverfolgungsstellen den "Phishern" häufiger das Handwerk legen: Noch in diesem Monat wird der Softwarekonzern 53 Zivilklagen einreichen oder Strafanzeigen stellen, darunter gegen vier mutmaßliche Betrüger aus Deutschland. Microsoft geht es dabei letztlich auch um das eigene Geschäft, denn die Online-Betrüger bedrohen nicht nur die Internet-Anwender in aller Welt, sondern auch die Aktivitäten des Softwaregiganten. "Die Leute wollen das sicherste Betriebssystem und den sichersten Web- Browser", sagte Holloway der dpa. "Wenn wir das nicht bieten, gehen sie langfristig woanders hin."

Microsoft will auch dazu beitragen, dass entlarvte "Phisher" sich dann tatsächlich vor Gericht verantworten müssen. Bislang hätten lediglich in Frankreich zwei Passwort-Fischer vor Gericht gestanden. In vielen anderen Fällen hätten die Beweise nicht ausgereicht. Das soll nun anders werden, denn der Softwarekonzern will Polizei und Staatsanwaltschaft dabei helfen, die Beweise gerichtstauglich zu sichern. Letztlich muss Microsoft aber auch vor der eigenen Haustür kehren. In der Vergangenheit hatten Cyber-Kriminelle immer wieder Sicherheitslücken im führenden Web-Browser Internet Explorer ausgenutzt. Mit der neuen Version IE 7 führte Microsoft nun ein spezielles Anti-Phishing-Tool ein, das dem Anwender helfen soll, verdächtige Websites zu erkennen. "Wir müssen aber auch die Menschen noch intensiver über mögliche Gefahren aufklären, damit sie das Internet weiterhin sicher nutzen können", sagte Holloway. dpa

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