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Microsoft und Mac: Zurück in die Zukunft

09.01.2004 | 11:00 Uhr |

Macuser lieben es, Macuser hassen es: Microsoft-Office für Macintosh. Doch jedenfalls benutzen es viele von ihnen, denn das Microsoft-Büropaket ist trotz mancher Konkurrenzprodukte faktisch Standard auch auf den Apple-Rechnern seit vielen Jahren.

Genauer gesagt feierten Word, Excel und auch Powerpoint ihr Debüt jeweils als Version 1.0 auf der grafischen Oberfläche eines Apple Macintosh seit 1984 - also vor 20 Jahren. Auch aus diesem Anlass widmet Microsoft diesen zwei Jahrzehnten eine ausführliche Pressemitteilung "Happy 20th Birthday to Microsoft Word and Excel for Mac" sowie in einer übersichtlichen und informativen Timeline einen umfangreichen Rückblick. Doch der Redmonder Software-Gigant, der mit seiner "MBU" (Macintosh Business Unit) eine eigene Abteilung zur Software-Entwicklung für den Mac bereithält, bleibt nicht in der Vergangenheit stehen, sondern nutzt die Gelegenheit für einen Blick in die nahe Zukunft: Denn im Sommer schon soll das auf der Macworld Expo soeben angekündigte Microsoft Office 2004 für Macintosh erscheinen und wiederum einige zunächst dem Mac vorbehaltene Features mitbringen. Vor einem Jahr galt diese Weiterentwicklung des auch für Apple wichtigen Büropakets keineswegs als sicher, denn gleich zweimal düpierte Apple-CEO Steve Jobs die größte Software-Firma der Welt, indem er Safari als Standard-Browser für den Mac präsentierte - woraufhin Microsoft die Weiterentwicklung des Internet Explorer für den Mac einstellte - sowie die Powerpoint-Alternative Keynote. Doch offenbar konnte dies der "Freundschaft" sowie vor allem dem geschäftlichen Interesse Microsofts an dem "kleinen Bruder" und seinen Kunden keinen Abbruch tun. Man freue sich, so hieß es auf der Macworld Expo in San Francisco, "auf 20 weitere Jahre der Zusammenarbeit."
Dazu passt ein Artikel in Wired , in dem Leander Kahney analysiert, dass Microsoft wie keine andere Firma in all den Jahren durch Dick und Dünn zu Apple gehalten und durch dieses ungebrochene Engagement vermutlich zum Überleben des Mac-Herstellers wesentlich beigetragen habe. Wie um dies noch zu überbieten, äußerte sich nun auch Steve Jobs in einem Interview von Businessweek Online sehr persönlich über seine Beziehung zum Microsoft-Chef Bill Gates: Er empfinde für diesen "warmherzige Gefühle", was freilich sein Selbstbewusstsein nicht schmälert, dass nun einmal Apple die innovativere Firma und gegenüber Microsoft schätzungsweise zwei bis drei Jahre voraus sei. Microsoft, so Jobs, "kopiert uns wieder einmal. Und das ist ein Riesenspaß."

Info: Microsoft

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