1050722

Microsoft unterstützt nun doch OpenDocument

06.07.2006 | 09:34 Uhr

Der Druck der Öffentlichen Hände hat gewirkt: Microsoft bringt heute Software heraus, mit der Nutzer seiner Bürosuite "Office" OpenDocument-Dateien lesen und schreiben können.

Microsofts "Open XML Translator" wird heute als Projekt auf SourceForge.net unter einer BSD-Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Entwickelt wird die Lösung vom französisch-polnischen Microsoft-Partner CleverAge, die deutsche Dialogika ist für Tests der Anforderungen europäischer Kunden zuständig. "Das ist das Ergebnis von Feedbacks von Regierungen", erklärte General Manager Tom Robertson. Eine verbesserte Version des Konverters wird der Redmonder Konzern Ende des Jahres zuerst für Word und dann Anfang 2007 auch für Excel und PowerPoint bereitstellen.

Das Open Document Format (ODF) ist ein quelloffener Standard für die Speicherung von Bürodokumenten. Er wird bereits seit einiger Zeit von OpenOffice.org/StarOffice unterstützt, ist bereits ISO-Standard und wird vornehmlich von Microsoft-Wettbewerbern propagiert. Microsoft hatte darauf mit der Entwicklung von "Office Open XML" reagiert, das ab dem kommenden Office 2007 Standard für die Speicherung von Dokumenten werden soll.

Die Notwendigkeit einer eigenen Lösung hatte Microsoft damit begründet, dass OpenDocument nicht alle Eigenschaften der bisherigen proprietären binären Office-Dateiformate abbilden könne. Diese Abwärtskompatibilität sei aber für die Anwender besonders wichtig. Office Open XML soll ebenfalls ISO-Standard werden.

Vor allem der US-Bundesstaat Massachusetts hatte für Schlagzeilen gesorgt, als er sich dafür entschieden hatte, künftig die Speicherung von Behördendokumenten im OpenDocument-Format vorzuschreiben. Aber auch in Europa haben sich bereits mehrere Regierungen für ODF entschieden. Daher blieb Microsoft kaum eine andere Wahl, als ebenfalls OpenDocument zu unterstützen, wollte es nicht wichtige Kunden in Behörden und Verwaltungen verlieren.

Wie sich die nun angekündigte Unterstützung von ODF auf den hauseigenen Gegenentwurf Office Open XML auswirkt, bleibt vorerst abzuwarten. (tc)

0 Kommentare zu diesem Artikel
1050722