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Microsoft vergibt alte Outlook-Adressen neu

08.10.2013 | 07:19 Uhr |

Dass nicht mehr genutzte Adressen wieder zur Verfügung stehen, hört sich erst einmal gut an. Doch die Neuverteilung alter Adressen birgt auch ein Risiko für die Privatsphäre der früheren Benutzer.

Microsoft vergibt scheinbar nicht mehr genutzte Mail-Adressen von Hotmail, Live und Outlook.com neu. Vor wenigen Monaten hat es Yahoo genauso gemacht - und dafür heftige Kritik geerntet. Denn worüber sich manch einer zunächst freuen wird - muss er doch nicht mehr "peter123" als Mail-Adresse nutzen, sondern darf auf das freigewordene "peter" zurückgreifen - birgt eine Gefahr. Der neue Besitzer der Mail-Adresse kann im schlimmsten Fall die Identität des vorangegangen Besitzers stehlen. Wenn beispielsweise der alte Besitzer seine Mail-Adresse bei Facebook angegeben hat, erreichen künftig die sehr privaten Informationen aus dem Freundeskreis den neuen Besitzer. Und mit der Mail-Adresse könnte sich der neue Besitzer per Passwort-Zurücksetzen-Feature bei diversen Online-Accounts Zugang verschaffen und den echten Besitzer aussperren.

In den Nutzungsbestimmungen der genannten Microsoft-Dienste steht, dass man sich mindestens einmal alle 270 Tage einloggen muss. Sonst verfällt der Anspruch und Microsoft darf den Account löschen und anschließend neu vergeben. Dass Microsoft den Account aber nicht nur löschen, sondern auch neu vergeben kann, wird dort nicht gesagt. Wir empfehlen Ihnen dringend, Ihre wichtigsten Online-Dienste (Facebook, Twitter, Blog, Cloud-Speicher, usw.) zu überprüfen und veraltete Mail-Adressen durch aktuelle zu ersetzen. Informieren Sie außerdem Ihre Kontakte über Ihre neue Adresse. So minimieren Sie den Schaden, wenn ein neuer Besitzer Ihrer alten Mail-Adresse zu neugierig wird. Dass es sich dabei nicht nur um Panikmache, sondern um ein reales Problem handelt, zeigen Berichte von Webmail-Nutzern, die scheinbar eine schon einmal genutzte Adresse bekommen haben und Mails erhalten, die sich offensichtlich an den früheren Besitzer richten.

Google hat mittlerweile versichert, dass man keine alten und nicht mehr genutzten Adressen neu verteile.

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