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Microsoft will in Konkurrenz zu SAP treten

27.02.2002 | 13:00 Uhr |

Microsoft steigt in das Geschäft mit Software zur Verwaltung von Kundenbeziehungen ein. Das so genannte Customer Relationship Management Programm (CRM) werde kleinere und mittelgroße Unternehmen in die Lage versetzen, Aufgaben beim Kundenservice, Marketing und Verkaufsprozess zu automatisieren, kündigte der weltgrößte Softwarehersteller am Dienstag (Ortszeit) in Redmond (US- Bundesstaat Washington) an. Damit betritt Microsoft ein Marktsegment in der Softwareindustrie, das bislang von Firmen wie SAP, Siebel, Peoplesoft und Oracle bedient wurde.

Die Software der Microsoft-Abteilung Great Plains basiert auf der neuen ".NET"-Technologie (Dot-Net) von Microsoft, bei der Dienstleistungen über das Internet bereitgestellt werden. Das CRM- System soll im vierten Quartal 2002 in den USA auf den Markt kommen.

Nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts Giga Information Group wird der Markt für CRM-Systeme mittlerer Größe (Unternehmen mit weniger als tausend Mitarbeitern) von 490 Millionen Dollar im Jahr 2001 auf 1,4 Milliarden Dollar wachsen. Das größte europäische Softwarehaus, SAP AG, sowie der CRM-Marktführer Siebel konzentrieren sich bislang auf größere Unternehmen. Mit Siebel hat Microsoft eine Vertriebspartnerschaft für größere CRM-Systeme, die nach Angaben von Microsoft von dem neuen Produkt unberührt bleiben soll. Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass die Abgrenzung zunehmend schwieriger werden wird, da Microsoft versuche, auch in die oberen Marktsegmente zu expandieren.

Microsoft hatte im April 2001 das Finanzsoftware-Unternehmen Great Plains für 1,1 Milliarden Dollar übernommen. In Stellenanzeigen für die Great-Plains-Einheit spricht Microsoft vom "nächsten Milliarden- Dollar-Geschäft". dpa

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