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Microsoft will offenbar eigene mobile Geräte entwickeln

28.04.2006 | 09:56 Uhr

Microsoft erwägt, eigene Geräte herzustellen, um Apple im Bereich mobiler Unterhaltungselektronik Marktanteile abzunehmen.

Bisher produziert das Software-Unternehmen lediglich die Videospielekonsole Xbox selbst. "Aber hier und da, wo es sinnvoll ist, wird Microsoft auch eigene Geräte bauen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Microsoft, Steve Ballmer, im Gespräch mit der "Welt".

Microsoft sei bereit, "Hardware zu bauen, wenn Hardware nötig dafür ist, um Software zu verkaufen." Wie diese aussehen könnten, "werden wir mitteilen, wenn es soweit ist." Microsoft habe die Xbox bisher für eine Ausnahme des Geschäftsmodells gehalten, nicht für die Regel. "Aber wir sind zunehmend offener für Ausnahmen geworden."

Bei tragbaren Geräten werde sich in den nächsten Jahren sehr viel verändern, sagte Ballmer. Es sei auf Dauer unpraktikabel, verschiedene Apparate zum Musikhören, Spielen, Fotografieren oder Kommunizieren zu nutzen. "Ein kleines, integriertes Gerät wird viele verschiedene Funktionen beherrschen. Wir werden bei dieser Entwicklung nicht an der Außenlinie stehen", sagte Ballmer.

Microsoft werde aber selbst nie einen PC bauen und in allen Bereichen auch weiterhin mit Hardware-Partnern kooperieren. So fertigt Creative aus Singapur das Multimedia-Gerät Zen, das mit Microsoft-Programmen läuft. Gemeinsam mit Intel und Samsung stellte Microsoft kürzlich einen tragbaren "Ultra Mobile PC" vor. Auch bei modernen Handys, den so genannten Smartphones, oder bei tragbaren Computern (PDAs) werde Microsoft weiter auf die Expertise von Hardware-Unternehmen setzen. "Aber wir können das eine tun, ohne das andere zu lassen", so Ballmer. Microsoft sei derzeit als einziges Unternehmen in der Lage, Apple Paroli zu bieten. "Andernfalls bleibt Apple ohne ernstzunehmende Mitbewerber. Und ich finde, jeder verdient ein wenig belebende Konkurrenz."

Auch gegen den weltgrößten Suchmaschinenbetreiber Google will Microsoft den Wettbewerb verschärfen. "Google ist zwar Marktführer, aber das Unternehmen braucht dringend einen guten Konkurrenten, bei bezahlten Anzeigen ebenso wie bei Suchfunktionen", sagte Ballmer, der seit 1980 im Unternehmen beschäftigt ist und Microsoft seit Januar 2000 leitet. Bei der Internet-Suche liege noch enormes Potential brach. "In der Hälfte aller Fälle finden die Anwender nicht das, was sie gesucht haben. Wir sind bereit, hier zu investieren." (dpa/uka)

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