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Milliardenklage gegen Apple - ohne große Chance

29.06.2016 | 10:37 Uhr |

Das iPhone - heute vor neun Jahren in den USA in den Handel gegangen - will der Kläger schon 1992 erfunden haben.

Ein Ingenieur aus Florida verklagt Apple auf Schadensersatz in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar . Sein Vorwurf: iPhone, iPod und iPad seien eigentlich seine Erfindung, zumindest griffen sie auf Konzepte zurück, die er bereits im Sommer 1992 in technischen Zeichnungen für ein "elektronisches Lesegerät" niedergelegt hatte.

In der Tat hat der Kläger Thomas S. Ross schon damals Techniken beschrieben, die heute in Smartphones üblich sind: Touchscreen, Mobilfunkchip, Anzeige von Fotos und Videos sowie interner und externer Speicher. Ross hatte sich für seine "Erfindung" aber auch einen aufklappbaren Dualbildschirm vorgestellt, Solarzellen zur Energieversorgung, eine zweigeteilte Tastatur und ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk. Diskettenlaufwerk?  Gut, das war 1992, als ein zuvor nur Politikexperten bekannter Gouverneur aus Arkansas seinen letztlich erfolgreichen Anlauf auf das Weiße Haus genommen hatte...

Ross dürfte indes schlechte Karten haben, denn patentiert hat er seine Ideen nicht. Zwar reichte er im November 1992 einen Antrag beim US-Patent- und Markenamt ein, dieses schlug den im April 1995 endgültig nieder - Ross hatte keine Gebühren gezahlt. Vor zwei Jahren suchte Ross erneut einen Schutz und wandte sich diesmal an das für Urheberrechte zuständige U.S. Copyright Office.

Neben der Einmalzahlung verlangt Ross 1,5 Prozent Lizenzgebühren auf den Umsatz, den Apple mit iPhone, iPad und iPod macht. Sollte das angerufene Gericht den Fall nicht sofort abweisen, ist aber allenfalls ein Vergleich mit Apple denkbar - der Ross allenfalls einen kleinen Bruchteil seiner Forderung zugestehen würde.

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