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Milliardenklage gegen Compaq

02.03.2000 | 00:00 Uhr |

Gegen den weltgrößten PC-Hersteller Compaq ist
nach einem Bericht des Fachmagazins "Information Week Online" in den
USA eine Milliardenklage eingereicht worden. Mindestens 1,7 Millionen
Compaq-PCs vom Typ Presario hätten einen Schaden am
Diskettenlaufwerk, der bereits in ähnlicher Form bei Geräten des
japanischen Computerkonzerns Toshiba aufgetreten sei.

Compaq sei
jetzt von den gleichen Anwälten verklagt worden, die bereits von
Toshiba im Oktober 1999 eine außergerichtliche Entschädigung von 2,1
Milliarden Dollar erstritten hätten.

Compaq schrieb den Besitzern der Pressario-PCs in den USA einen
Brief, in dem das Unternehmen einräumt, dass ein Problem im Floppy-
Disk-Controller "in seltenen Fällen das Abspeichern von Daten auf
einer Diskette beeinträchtigen" könne. Das Problem könne jedoch durch
einen Patch beseitigt werden, der im
Internet bereit stehe.

Toshiba wie der US-Konzern Compaq seien sich einig, dass der
"theoretisch mögliche" Datenverlust in der Praxis nur selten
auftrete, heißt in dem Bericht. Dennoch habe Toshiba einem
außergerichtlichen Vergleich zugestimmt, um noch höhere Forderungen
der Gegenseite zu verhindern. Nach US-Recht ist es möglich, nicht nur
Ersatz für bereits eingetretene Schäden einzuklagen, sondern bereits
vorbeugend auch für Fälle, die noch eintreten könnten.

Im Gegensatz zu Toshiba wolle sich Compaq mit den klagenden
Anwälten nicht außergerichtlich einigen, schreibt "Information Week
Oline". Ein Unternehmenssprecher sagte dem Magazin, man sei bereit,
den Streit durch alle Instanzen durchzufechten. Trotz mehr als 60
Millionen verkaufter Compaq-Computer gebe es bisher nicht einen
einzigen Fall, wo ein Kunde berichtet habe, dass der theoretisch
mögliche Datenverlust durch die schadhaften Controller des
Diskettenlaufwerks wirklich eingetreten sei.

dpa

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