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Intel und AMD schließen Frieden

13.11.2009 | 10:10 Uhr |

Bei dem Streit zwischen den Chipherstellern AMD und Intel soll es zu einer Einigung gekommen sein. Demnach legen die Kontrahenten alle Streitigkeiten bei, Intel zahlt einen Milliardenbetrag an AMD

AMD vs Intel
Vergrößern AMD vs Intel

Die beiden größten Computerchip-Hersteller Intel und AMD schließen nach jahrelangen erbitterten Konflikten Frieden. Sie hätten sich geeinigt, alle Streitigkeiten beizulegen, darunter Wettbewerbsklagen und einen Patent-Streit, teilten Intel und AMD am Donnerstag mit. Intel zahle dem viel kleineren Konkurrenten im Rahmen der Einigung 1,25 Milliarden Dollar. Die AMD-Aktie schoss in New York um mehr als 25 Prozent nach oben.

Advanced Micro Devices (AMD) warf Intel unter anderem vor, Computerhersteller und Händler auf unfaire Weise an sich gebunden zu haben. Die Vorwürfe hatten zu internationalen Untersuchungen geführt. Intel hatte AMD im Zusammenhang mit der Auslagerung der Chip- Produktion Verstöße gegen Patentlizenzen vorgeworfen.

ntel war zuletzt in dem Wettbewerbsstreit immer stärker unter Druck geraten. Anfang November erhob die New Yorker Staatsanwaltschaft eine Klage gegen den weltgrößten Chiphersteller mit dem Vorwurf milliardenschwerer illegaler Rabatte und Bestechungszahlungen. Mitte Mai hatte die Europäische Kommission gegen Intel wegen illegaler Zahlungen in der Computerbranche ein Rekord-Bußgeld von 1,06 Milliarden Euro verhängt . Der Konzern bestritt die Vorwürfe und wehrt sich rechtlich dagegen.

Für AMD bringt die Einigung einen dringend benötigten Geldregen. Das Unternehmen kämpft seit der Übernahme des Grafikkarten- Spezialisten ATI mit hohen Verlusten. Zuletzt hatte es im dritten Quartal wieder ein Minus von 128 Millionen Dollar (86 Mio Euro) gegeben. Der Konzern hatte beschlossen, die Chip-Fertigung, zu der auch der Standort Dresden gehört, abzuspalten. Hier schoss aber Intel gegen und machte geltend, dass einige Patente zwar AMD, aber nicht den neuen Betreibern der Chip-Fabriken zugänglich gemacht worden seien. Als Teil der jetzigen Einigung gewähren sich die Unternehmen auch gegenseitig Patente für einen Zeitraum von fünf Jahren und auch dieser Streit soll aus der Welt sein. (dpa)

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