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iPhone-Prototype: Jobs wurde persönlich bei Gizmodo vorstellig

17.05.2010 | 10:45 Uhr |

Der Durchsuchungsbefehl für das Haus des Gizmodo-Redakteurs zeigt Aussagen und alle Namen, die mit der möglichen Hehlerei des iPhone-Prototypen in Verbindung stehen. Auch Steve Jobs kommt darin vor.

Steve Jobs Macworld Expo 2008
Vergrößern Steve Jobs Macworld Expo 2008

Hinter der Hausdurchsuchung bei Gizmodos Redakteur Jason Chen soll Steve Jobs höchstpersönlich stecken, berichten die Kollegen bei Macnn . In der Regel werden Journalisten und Zeugen nicht veröffentlicht, aber nicht in diesem Fall.

Der veröffentlichte Durchsuchungsbefehl enthüllt eine ganze Reihe von Einzelheiten: Am 19. April hat demnach Jobs sich persönlich mit Brian Lam, einem weiteren Redakteur bei Gizmodo in Verbindung gesetzt, und die Rückgabe des iPhone-Prototypen gefordert. Lam verweigerte dies und fügte hinzu, dass Gizmodo unbedingt solche Berichte bringen muss, da die PR-Abteilung von Apple im Vorfeld von Veröffentlichungen mit der Presse kaum zusammenarbeitet. Daraufhin soll am nächsten Tag ein Treffen mit Apples Anwälten und Mitglieder des Vorstandes und den Gesetzeshütern stattgefunden haben.

Georg Riley, einer von Apples Anwälten, stellte eine Schätzung zusammen, welche Folgeschäden der Bericht in Gizmodo für Apple haben wird. "Kunden werden das derzeitige Produkt nicht mehr kaufen, sondern auf das neue Modell warten und somit die Umsätze von Apple massiv beeinträchtigen", besagt Rileys Studie.

Ein anonymer Informant entpuppte sich mittlerweile als Katherine Martinson, eine Mitbewohnerin von Brian Hogan, der den iPhone-Prototypen in einer Bar gefunden und an Gizmodo verkauft haben soll. Hogan soll gegenüber Martinson berichtet haben, dass Gizmodo 10.000 US-Dollar für den Prototypen geboten habe. Die zweite Hälfte soll in bar nach der Veröffentlichung des neuen iPhone-Modells im Juni gezahlt werden, die erste Hälfte zeigte Hogan seinen Freunden in 100-Dollarscheinen in einem Karton herum, bestätigt der Durchsuchungsbefehl.

Martinson soll auch die Ermittler benachrichtigt haben, das Hogan und Thomas Warner, ein weiterer Mitbewohner, Beweise für die Herkunft des Prototypen zu vernichten versuchten. Warner wurde wegen geringfügiger Beihilfe verhaftet und Beweise wie Aufkleber und Speichermedien konnten sichergestellt werden.

Eine direkte Verbindung zu Jason Chen konnte noch nicht hergestellt werden. Falls bewiesen werden kann, dass Chen wissentlich gestohlenes Eigentum erwarb, wird Strafanzeige gegen Chen erhoben.

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