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Mit Final Cut Studio 2 in die dritte Dimension

15.04.2007 | 23:15 Uhr |

Die Herzen der Video-Profis schlagen schneller: Apple hat wie erwartet auf der Fachmesse NAB ein großes Update für Final Cut vorgestellt. Erstmals tritt neben die Video-Suite auch eine Server-Version, Final Cut Server ist die erste Media-Asset-Management-Lösung von Apple für die Video-Branche, zu der auch Windows-Rechner Kontakt aufnehmen können.

Final Cut Studio 2
Vergrößern Final Cut Studio 2

Final Cut Studio veröffentlicht Apple jetzt in Version 2 und aktualisiert die Programme Final Cut Pro, Motion, Soundtrack Pro und Compressor um einen Zähler. Und um die HD-Videobearbeitung mobil zu machen, gibt es IO-HD. Dieses Storage-System codiert eigenständig Videomaterial in Apples neuem Codec ProRes 422.

IO-HD

Auch wer auf neue Hardware gehofft hatte, wurde von Apples Special Event nicht enttäuscht: IO-HD dient dank eigener Prozessoren in erster Linie dazu, unabhängig von anderen Computern eigenständig Videomaterial zu kodieren - und zwar im neuen ProRes-422-Codec. 3495 US-Dollar kostet der elegante Klotz, der an der Vorderseite mit blinkenden Lichtern die Systemaktivität anzeigt, die die angeschlossenen Video- und Audioquellen an der Rückseite verursachen. Auf das kodierte Material kann per FireWire 800 dann zur Weiterbearbeitung ein aktuelles Macbook Pro oder ein anderer PC zugreifen. Obwohl Apple das Gerät während des Special Event vorgestellt hat, liegen uns noch keine näheren Informationen vom Hersteller vor.

Final Cut Studio 2: Das Update erschließt neue Räume und Formate

Mix it, baby. Die bedeutendste Neuerung in Final Cut Pro , das jetzt in Version 6 erscheinen wird, ist die "Open Format Timeline". Egal, welchen Typs das zu bearbeitende Material ist - von MPEG4 bis HD frisst die Open Format Timeline alles, egal, welche Framerates oder Auflösungen das Quellmaterial hat - ohne Zwischenkodierung kann der Cutter das gesamte Material bearbeiten. Dazu gesellt sich der neue Video-Codec ProRes 422 für die Post-Produktion (10 bit, 4:2:2): Verlustfrei kann Videomaterial auf ein Sechstel der Ursprungsgröße verkleinert werden. Kamerahersteller wie Panasonic, Sony und RED unterstützen diesen neuen Standard mit aktuellen Produkten bereits.

Neu dabei: Color

In Final Cut Studio 2 zieht ein neues Programm ein: Color ist ein logisch strukturiertes Tool für die Gammakorrektur, die Bearbeitung von Lift und Weiß-Standard und der drei Farbkanäle samt Luminanz. Einzelne Regionen eines Bildes können mit Masken und selbstdefinierten Vignetten isoliert werden. Auch hier sind 3D-Korrekturen möglich, die der Anwender von Final Cut Pro 6 an das Tool übergibt.

Mit drin im Paket: Soundtrack Pro 2, Motion 3 und Compressor 3

Das Animationstool Motion 3 erschließt die dritte Dimension, Titeldesigner können jetzt echte 3D-Effekte erstellen. Neue Kamera-Effekte ergänzen räumliche Tiefe und Realismus per Drag&Drop. Vektorbasierte Zeichentools ermöglichen es, Pinsel mit Farbe, Partikel, Video oder Bilder zu belegen. Apples US-Webseite zeigt die Neuerungen bereits im Video . Soundtrack Pro 2 erfährt neue Unterstützung für Surround-Sound und ein Feature für die Tonbearbeitung, um Störungen auf einfachem Wege zu eliminieren: Ist die Tonspur als Frequenzspektrum visualisiert, können wie bei einer Bildbearbeitung störende kleine Artefakte einfach herausgeschnitten werden. Compressor 3 tut das, was die Versionsnummer verspricht - dreimal so schnell komprimieren wie die Vorgängerversion. Das Stapelverarbeitungstool beherrscht nun animierte Wasserzeichen, das Interface ist komplett überarbeitet und das Programm erweitert die Möglichkeiten bei H.264 und MPEG2. Final Cut Studio 2 mit allen Komponenten - dazu gehört auch DVD Studio 4.2 - wird wie die bisherige Version 1299 Euro kosten und im kommenden Monat erhältlich sein. Upgrades von früheren Versionen kosten den Informationen nach 699 Euro, von der letzten Final Cut Studio-Version 499 Euro.

Einer für alle: Final Cut Server

Ganz neu im Portfolio ist Apples neuer Media-Asset-Manager Final Cut Server , der in Arbeitsgruppen das gemeinsame Bearbeiten und Beurteilen von Videomaterial verbessern soll - im Netzwerk, auch an Windows-PCs und über das Internet. So sollen alle am Entwicklungsprozess Beteiligten besser in den Workflow eingebunden werden - vom Cutter über den Redakteur zum Producer bis hin zur Infografik. Als Referenzkunden und Beta-Tester konnte Apple die lokale CBS-Station in Los Angeles gewinnen. Final Cut Server soll im Sommer auch für andere Kunden zu bekommen sein, den genauen Zeitpunkt nennt Apple noch nicht, wohl aber Preise: Die 10-Platz-Lizenz kostet 999 Euro, für eine unbeschränkte Anzahl von Clients kostet Final Cut Server doppelt so viel.

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