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Mit Intel in die Zukunft: Neues aus der Chip-Technik

13.02.2007 | 15:30 Uhr |

Intels Pläne zeigen, wohin sich Macs entwickeln könnten. In aktuellen Apple-Rechnern nämlich steckt nicht nur ein Intel-Prozessor, sondern auch eine ganze Menge anderer Hardware des Herstellers aus Santa Clara: integrierte Grafiklösungen und Chipsätze für die Kommunikation mit anderen Komponenten des Computers etwa.

Inzwischen haben sich die meisten Heimanwender daran gewöhnt, dass Apple mit den ehemaligen Zulieferern IBM und Freescale gebrochen hat. Auch viele Profis werden den Mac wieder ins Herz schließen, wenn erst einmal Adobes Creative Suite 3 und die Production Suite als Universal Binaries vorliegen. Doch solange sich Apple ausschließlich an Intel bindet, ist die Zukunft des Macs eng mit den Entwicklungen des Chip-Herstellers verknüpft. macnews.de stellt einige davon zusammen.

Die Kooperation Apples mit Intel fällt ungefähr mit dem Zeitpunkt zusammen, als der Chip-Hersteller einen Neuanfang wagte und Anfang 2006 begann, sein Portfolio komplett umzustellen. Der Versuch, Prozessoren immer höher zu takten und mit immer mehr Strom zu versorgen, war irgendwann in eine Sackgasse geraten: Leckströme, unersättlicher Stromhunger und Hitzeprobleme verlangten nach einer neuen Strategie. "Mehr Leistung pro Watt" sollte von nun die Devise lauten und auf Basis des Pentium-M nahm eine neue Ära ihren Anfang, alle Intel-Chips in Macs - ob Core Duo, Core 2 Duo oder Xeon - sind bereits Teil davon. Ohne darüber große Worte zu verlieren, gelingt es Intel seitdem fortlaufend, die Leistungsaufnahme ein wenig mehr zu verringern: Bereits zu Beginn des Monats berichtet Reg Hardware von den neuen Core 2 Duo-Modellen L7200 und L7400, die bei einer Taktung von 1,33 und 1,5 Gigahertz nicht mehr als 17 Watt bräuchten.  

Kleinere Bauweise, mehr Platz für mehr Kerne

Bereits in den Startlöchern steckt auch ein Neuankömmling mit dem Codenamen "Penryn", eine Variante des Core 2 Duo, die in 45-Nanometer-Bauweise gefertigt wird ( wir berichteten ). Der Hersteller selbst spricht vom größten Umbruch im Herstellungsverfahren seit 40 Jahren, da er das bislang verwendete Siliziumdioxid durch völlig neue Materialien ersetzt. Dem Anwender kann das zwar egal sein, die so gebauten Prozessoren versprechen aber auch mehr Geschwindigkeit und brauchen zudem weniger Platz. So passen immer mehr Prozessorkerne auf eine Plattform - schließlich sieht das Moore'sche Gesetz alle zwei Jahre eine Verdopplung der Transistoren vor: Nach Intels Lesart entspricht das einer Verdoppelung der Kerne. Laut dem Inquirer sollen die ersten 45-Nanometer-Chips nun :bereits in der ersten Jahreshälfte 2007 auf den Markt kommen. Etwas länger braucht dafür die nächste Generation von Xeon-Prozessoren für Serversysteme, laut Digitimes ist bei ihnen die Umstellung auf 45-Nanometer-Bahnen nicht vor 2008 geplant .  

Der Vier-auf-vier-Zentimeter-Computer

Mittelfristig hat Intel allerdings noch eine ganze Menge weiterer Märkte im Visier: Nach eingestellter Entwicklung des Xscale-Prozessors für tragbare Geräte soll aus dem x86-Bereich Ersatz kommen. Ebenfalls auf Basis des Pentium M soll ab Ende 2007 "Tolopai" erscheinen, ein All-in-one-Chip, der CPU, Speicherkontroller sowie North- und Southbridge in einem einzigen Chip kombiniert. Damit wären fast alle Komponenten eines aktuellen Mainboards auf 38 mal 38 Millimeter untergebracht, die Leistungsaufnahme soll dabei nicht mehr als 25 Watt betragen. Erste veröffentlichte Details versprechen 256 KByte Level-2 Cache, "ein Speichercontroller für DDR2 SDRAM bis zu 800 MHz sowie Schnittstellen für Gigabit Ethernet, PCI Express, PCI, Serial-ATA und USB 2.0", schreibt Hartware.net .  

Intels Grafik-Ambitionen

Auch Intels Grafik- und Hauptprozessoren könnten in Zukunft zusammenwachsen, ähnlich wie 2006 die zwei Chiphersteller AMD und ATI ( wir berichteten ). Denen will Intel nun anscheinend auch bei den Highend-Grafiklösungen Konkurrenz machen: Ab 2008 wolle der Hersteller leistungsfähige Grafikprozessoren bauen, "die auch mit anspruchsvollen 3D-Spielen zurechtkommen", so Chip Online , und traut dem Neuling durchaus zu, damit den "Grafikkartenmarkt ein wenig aufzumischen".  

Achtzig Kerne

Eine aktuelle Meldung weist indes in Intels fernere Zukunft: Vor zwei Tagen stellten die Forscher des Unternehmens im Rahmen der International Solid-State Circuits Conference (ISSCC) in San Francisco einen Prozessor mit 80 Kernen vor, der weniger Strom als ein Quad-Core-Prozessor verbraucht, aber so schnell arbeitet wie die schnellsten Superrechner vor 10 Jahren: Er schafft ein TeraFLOP, 1 hoch 12 Fließkommaoperationen pro Sekunde. "Jeder Kern verfügt über zwei Recheneinheiten für Gleitkomma-Arithmetik sowie einen Netzwerk-Router mit je vier Verbindungen zu den benachbarten Kernen und einem Port zum Hauptspeicher", erklärt Heise . Taktet man den Prototypen im Übrigen mit 5,8 Gigahertz, sind bis zu 1,81 Teraflops möglich - dann nimmt er allerdings auchganze 265 Watt auf. In fünf bis zehn Jahren könnte ein ähnliches Produkt Marktreife erlangen.

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