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Mit neuem Windows-Office zurück in das Zeitalter der Inkompatibilität

05.12.2006 | 16:20 Uhr |

Mit dem offiziellen Produktstart von Office 2007 hat Microsoft das neue "Office Open XML"-Dateiformat eingeführt.

Windows-Benutzer, die die neuen Versionen von Word, Excel und PowerPoint benutzen, speichern ihre Dokumente für Mac-Anwender unlesbar - zumindest in der Standardeinstellung. Jetzt beginnen wieder die Zeiten inkompatibler Dokumente zwischen den Plattformen.

docx, xlsx, pptx - nein, das sind trotz des "x" nicht OS X-optimierte Daiteiformate von Word, Excel und PowerPoint, sondern das genaue Gegenteil. Mit dem Produktstart der neuen Office-Suite für Windows vor einer Woche - zunächst für Großkunden - kommen die Anwender in den Genuss neuer Datei-Formate, die auf XML basieren, das Unternehmen nennt sie "Microsoft Office Open XML Formats". Doch Office Open heißt weder Kompatibilität zu OpenOffice.org noch zu den Vorversionen von Microsofts Office-Paket. Für Anwender aus dem "eigenen" Lager hat der Software-Gigant ein Tool bereitgestellt, das aus einer docx-Datei wieder eine doc-Datei macht, so dass auch Anwender von Office 2003 Win diese Dateien lesen und bearbeiten können. Gleiches gilt für die anderen Office-Bestandteile. Doch ein vergleichbarer Übersetzer, der auf Mac OS X läuft, ist noch nicht erhältlich. Konfrontiert mit dem Versprechen für kostenlose Konvertierer, abgegeben auf der Entwicklerkonferenz WWDC im August, räumte eine Microsoft-Sprecherin gegenüber dem APC Magazine nun ein, "dass es noch zu früh ist zu sagen, wann die Konvertierer erhältlich sind". Office 2007-Anwender können ihre Dokumente auch in den "alten" Formaten speichern, so dass auch andere Anwendungen und Plattformen diese lesen können. Im kommenden Sommer soll auch eine neue Mac-Version von Microsoft Office erscheinen, Details zu diesem Release werden für die Macworld Expo im Januar erwartet. Derweil kommt Hoffnung aus einer ganz anderen Ecke: Novell hat gestern angekündigt, einen vergleichbaren Konvertierer für OpenOffice.org-Anwender bis Ende Januar 2007 anzubieten. Dies sei zwar keine Garantie, das Open XML Bestandteil der Open Source-Software OpenOffice werde, aber die Chancen stehen gut: "Wir werden den Code offenlegen", sagte Justin Steinmann, Linux Marketing-Leiter bei Novell gegenüber dem IDG News Service , der Ball läge dann bei der Open Source-Community.

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