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Mittelständler sind mit Cebit 2003 zufrieden

19.03.2003 | 16:04 Uhr |

Trotz stark sinkender Besucherzahlen hat sich besonders für den Mittelstand der Auftritt auf der weltgrößten Computermesse CeBIT gelohnt. Mittelständische Unternehmen berichteten am Mittwoch in einer dpa-Umfrage von konkreten Verträgen, guten Geschäften und viel versprechenden Gesprächen.

Der mittelständische Softwarehersteller SoftEngine aus dem süddeutschen Hauenstein zeigte sich besonders zufrieden. Die diesjährige CeBIT sei die erfolgreichste Messe der zehnjährigen Firmengeschichte gewesen, hieß es. "Wir hatten noch nie so viele qualifizierte Besucher am Stand, die nach konkreten Geschäften suchen", sagte Geschäftsführer Matthias Neumer. "Wir haben auf der CeBIT so viel Partnergeschäft angebahnt wie sonst innerhalb von zwei Monaten." Das Unternehmen habe auf der Messe seine Händlerzahl um 10 Prozent auf 120 Vertriebspartner ausbauen können.

Ähnlich positiv äußerte sich auch Wilken, Softwareproduzent aus Ulm. "Für ein mittelständisches Unternehmen mit knapp 200 Mitarbeitern ist ein CeBIT-Messeauftritt eine große Investition", sagte Geschäftsführer Andreas Lied. "Umso mehr freuen wir uns über die Geschäftsabschlüsse und rund 20 Prozent mehr Kontakte am Stand." Während der Messe habe das Unternehmen Vertragsabschlüsse unter anderem mit 260 deutschen Sparkassen und anderen Firmen bekannt geben können und Aufträge im Gesamtwert von mehr als 3,5 Millionen Euro gesichert.

Auch Sennheiser Communications A/S, eine Beteiligung des Mittelständlers Sennheiser (Wedemark bei Hannover), bewertete den ersten CeBIT-Auftritt positiv. "Wir haben gute Kontakte geschlossen und gute Aufträge geschrieben", sagte Sprecher Andreas Bach. Die neuen Telefonkopfhörern auch für Call Center seien gut nachgefragt worden.

Der Internet-Softwareanbieter CoreMedia (Hamburg) mit rund 120 Mitarbeitern bewertet den CeBIT-Auftritt ausgesprochen gut. Chef Sören Stamer sagte: "Das war unsere beste CeBIT. Statt der hektischen Betriebsamkeit der vergangenen Jahre hatten wir erstmals die Chance, hochwertige Geschäftsgespräche zu führen. Es kamen vor allem Top- Entscheider zu uns auf den Stand, sogar am Wochenende." Es seien auch Verträge unterzeichnet worden, etwa ein Projekt für die elektronische Verwaltung und ein Firmen-Intranet.

Aber auch die internationalen Firmen der IT-Branche zeigten sich zufrieden. Telekom-Sprecher Rüdiger Gräve sagte, niedrigere Besucherzahlen hätten nicht gestört. "Die Besucher waren interessierter und haben sich intensiver mit den Produkten auseinander gesetzt", sagte er. Das mobile Internet sei ein High- Light gewesen.

Birgit Opladen, Sprecherin des Handyherstellers Nokia, sagte: "In den ersten drei bis vier Tagen haben wir einen Besucherzuwachs von bis zu 10 Prozent registriert." Sie hätten sich verstärkt für neue Produkte interessiert und seien intensiver mit den Nokia-Fachleuten ins Gespräch gekommen. Der Renner am Stand sei das Spielehandy "Nokia-N-Gage" gewesen sowie Bild-Handys.

Siemens-Sprecherin Andrea Rohmeder lobte vor allem die hohe Qualität der Gespräche. "Der Stand war sehr gut besucht, vor allem von Fachbesuchern", sagte sie. Im Festnetz-Bereich sei das Interesse an den Breitband-Produkten sehr hoch gewesen. "Lifestyle-orientierte Endprodukte" wie die neuesten Handys seien sehr gut nachgefragt worden.

Der Mobilfunknetzbetreiber Vodafone sieht seine diesjährige Strategie voll bestätigt. In diesem Jahr habe sich das Unternehmen in einem eigenen Pavillon präsentiert und dabei auf das sonst übliche Gewinnspiel verzichtet. Dafür habe Vodafone verstärkt auf Produkte gesetzt. "Besonders gefragt waren unsere Postkarten per MMS", sagte Sprecher Jens Kürten. Es seien mehr Besucher, Geschäftskunden und Händler gekommen als 2002. "Außerdem waren die Gespräche qualifizierter." dpa

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