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Mobilcom-Betriebsräte verhandeln mit Vorstand

30.09.2002 | 16:07 Uhr |

Die MobilCom-Betriebsräte werden in dieser Woche in Verhandlungen mit dem Vorstand über das Sanierungskonzept für den schleswig-holsteinischen Telekommunikationskonzern treten. Dabei soll es neben den Beratungen über einen Sozialplan und eine mögliche Auffanggesellschaft um die Frage gehen, ob der angekündigte Stellenabbau von 1850 Vollzeitarbeitsplätzen in diesem Umfang überhaupt notwendig ist, wie ein IG-Metall-Sprecher am Montag in Hamburg sagte. Die Arbeitnehmervertreter aller MobilCom-Standorte berieten in der Hansestadt intern in ihrem Gremium über das Konzept. Die Entwicklung bei der MobilCom AG mit Sitz in Büdelsdorf wird auch den schleswig-holsteinischen Landtag beschäftigen. Für die Sitzung in der nächsten Woche hat die CDU eine Aktuelle Stunde beantragt. Fraktionschef Martin Kayenburg verwies am Montag in Kiel darauf, dass Bund und Land Hilfen über 400 Millionen Euro zugesagt hätten. Gleichwohl sei der Abbau von mehr als 1800 Arbeitsplätzen angekündigt worden. Bei dieser Dimension müsse sich der Landtag mit dem Thema befassen. Vorstandschef Thorsten Grenz hatte am vergangenen Freitag das Sanierungskonzept mit der Schließung von drei Standorten vorgestellt. Mit einer bereinigten Bilanz will MobilCom attraktiv werden für einen neuen Partner. Die von den Banken gestundeten UMTS-Kredite in Höhe von 4,7 Milliarden Euro sowie die fälligen Zinsen werden jetzt zum 14. Oktober fällig, wie MobilCom mitteilte. Bis dahin bleibt Großaktionär France Télécom und den Kreditgebern nun Zeit, eine Refinanzierung auf die Beine stellen. In den Medien wurde bereits spekuliert, wer bei der angeschlagenen Mobilfunkgesellschaft einsteigen könnte. Der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa wies entsprechende Berichte jedoch zurück. Die deutschen Konkurrenten Debitel und Talkline werden als Interessenten für das Kerngeschäft, den Handel mit Telefonminuten, gesehen. dpa

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