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Mobilcom gibt UMTS-Beratern den Laufpass

19.08.2002 | 11:41 Uhr |

MÜNCHEN ( COMPUTERWOCHE ) - Die Telefongesellschaft Mobilcom soll Beraterverträge mit einem monatlichen Volumen in zweistelliger Millionenhöhe gekündigt haben. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" will der durch einen heftigen Gesellschafterdisput gebeutelte Mobilfunkanbieter rund 300 externe Consultants, die bislang mit der Aufgabe des UMTS-Aufbaus betraut waren, spätestens bis zum Monatsende aus seinen Diensten entlassen. Deren Aufgaben sollen künftig in den Zuständigkeitsbereich fest angestellter Mobilcom-Beschäftigter fallen. Monatlich bis zu 40 Millionen Euro soll das Unternehmen bislang für Beraterhonorare ausgegeben haben. Die Kosten für die zirka 6000 Mobilcom-Mitarbeiter belaufen sich Presseberichten zufolge hingegen auf monatlich rund 60 Millionen Euro.

Mit dem Einsatz externer Berater hatte Gerhard Schmidt, Gründer, Großaktionär und ehemaliges Firmenoberhaupt von Mobilcom, den Aufbau der neuen Mobilfunktechnik vorantreiben und das Unternehmen als deutschen UMTS-Pionier etablieren wollen. Nicht zuletzt die hohen Beraterkosten führten zu einem monatelangen Streit zwischen Schmid und der France Télécom, der schließlich mit der Absetzung des ehemaligen Mobilcom-Chefs als Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens (Computerwoche online berichtete) endete. Der schuldenbeladene französische Konzern, der 28,5 Prozent der Mobilcom-Anteile hält, will das Unternehmen mehrheitlich übernehmen. Bislang wurde jedoch noch keine Einigung über den Kauf der knapp 50 Prozent Mobilcom-Anteile erzielt, die sich im Besitz des Ehepaars Schmid befinden. Dessen ursprüngliches Verkaufsangebot von 22 Euro pro Aktie hatten die Franzosen abgelehnt.

Vergangene Woche hatte das Unternehmen seine Halbjahresbilanz, die ursprünglich für den 13. August anberaumt war, angesichts noch nicht zu beziffernder Abschreibungen auf Beteiligungswerte bis auf weiteres (Computerwoche online berichtete). Wie FTD unter Berufung auf Firmenkreise berichtet, wird Mobilcom im zweiten Quartal bei erneut reduziertem Umsatz einen operativen Verlust von 70 Millionen Euro verzeichnen. Im vorhergehenden Dreimonatszeitraum belief sich dieser auf 21,5 Millionen Euro. (kf)

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