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Intels Mee Go wird mit Samsung zu Tizen

29.09.2011 | 07:27 Uhr |

Intel und Samsung kooperieren bei der Entwicklung eines mobilen Betriebssystems für Tablets und Smartphones

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Das von Intel unterstützte und von der Linux Foundation herausgebrachte Mee Go verschmilzt mit Limo der Limo Foundation zu einem neuen System namens Tizen, das auch Apples momentaner Gegner in Patentstreitigkeiten Samsung unterstützt. Zusammen wollen Intel und Samsung mit Tizen erneut den Wettstreit mit Android und iOS aufnehmen und sich in einem Markt etablieren, für den sich auch Microsoft mit Windows Phone 7 und bald Windows 8 brennend interessiert.

Tizen planen die Partner des Joint Ventures als ein Web-zentriertes Betriebssystem für Smartphone, Tablets, Netbooks, TV-Geräte oder Fahrzeuginformationssysteme. Das Ziel sei es, eine optimale Umgebung für Browser-basierte Anwendungen zu schaffen, im Gegensatz zu iOS und Android, das Apps nativ auf den Geräten ausführen lassen. Die Linux Foundation wird das System betreuen, eine erste Fassung soll Anfang 2012 fertig sein, Geräte mit Tizen sollen bis Mitte 2012 auf den Markt kommen.

Die Schlüsselrolle in Tizen wird HTML 5 speilen, was auch der Grund für die Neuentwicklung sei, erklärt Intels Direktor des Open Source Technology Centers Imad Souou in einem Blog-Post : "Der Wechsel zu HTML 5 bedeutet nicht, dass man einfach eine Web-Runtime auf ein existentes Linux kippt, nicht einmal auf eine mobile Variante, wie es Mee Go ist." Die HTML-5-APIs müssten strengen Anforderungen genügen, so könnten sich Apps dann auch mit dem Standard weiterentwickeln.

Bevor sich Nokia im Februar für Windows Phone als Betriebssystem entscheiden hatte , setzten die Finnen auf Mee Go, Intel war seither der Hardwarepartner abhanden gekommen. Zusammen mit Samsung will man in den kommenden Monaten hart daran arbeiten, Entwicklern den Umstieg von Mee Go auf Tizen zu ermöglichen.

Für Samsung könnte Tizen ein Ausweg aus einem Betriebssystemdilemma sein, meint der Canalys-Analyst Pete Cunningham. Denn auf der einen Seite habe Nokia sich exklusiv für Windows Phone entschieden und der Android-Hersteller Google Motorola Mobility übernommen . Mit seinem kaum verbreiteten eigenen Betriebssystem Bada könnte Samsung bald alleine dastehen, öffne nicht Intel mit Tizen eine Tür. Cunnigham gibt jedoch zu Bedenken, dass auf Linux aufbauende mobile Betriebssystem bisher kaum Erfolg hatten: "Limo gibt es schon seit Jahren, in denen es nichts erreicht hat. Mee Go sah vielversprechend aus, hat sich aber nur langsam bewegt. Zieht man das in Betracht, gibt es wenig Hoffnung für Tizen, es wäre aber dumm, irgendeine neue mobile Plattform von vornherein abzuschreiben."

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