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Mobilfunk-Branche trifft sich in Barcelona

11.02.2008 | 09:51 Uhr |

Die Mobilfunk-Branche versammelt sich vom heutigen Montag an in Barcelona zu ihrem wichtigsten Treffen: dem Mobile World Congress.

Im Mittelpunkt steht der rasante Wandel der Industrie. Ein zentraler Schwerpunkt ist die mobile Internet-Nutzung mit neuen Diensten, Anbietern und Geschäftsmodellen. Außerdem geht es um die Herausforderungen für die Branche durch das explosive Wachstum des Mobilfunks in den Schwellenländern. Wie jedes Jahr werden bis zum Donnerstag (14.2.) auch zahlreiche neue Geräte vorgestellt, die die Handy-Trends für die nächsten Monate setzen. Zahlreiche Branchengrößen sind in Barcelona mit ihren Top-Managern dabei, unter anderem Nokia, T-Mobile oder Vodafone.

Im Rampenlicht dürfte vor allem das mobile Internet stehen. Schwergewichte wie Apple und Google drängen ins Mobilfunk-Geschäft und verändern das Kräfteverhältnis und die Spielregeln. Erwartet wird unter anderem, dass erste Prototypen für das von Google initiierte Handy-Betriebssystem Android gezeigt werden. Auch Ankündigungen für neue mobile Dienste dürften nicht fehlen. So ist es für Nokia an der Zeit, den Aufbau seines Portals Ovi voranzutreiben: Das groß angekündigte Musik-Angebot startete bisher erst in Großbritannien, der Spiele-Dienst N-Gage wurde wegen technischer Schwierigkeiten verzögert. Die Londoner "Times" berichtete nun, das britische Unternehmen Omnifone wolle in Barcelona Nokia die Schau stehlen und ein eigenes Musik-Handy mit Zugang zu Songs der großen Musikkonzerne vorstellen.

Da die Umsätze mit Sprachtelefonie angesichts immer günstigerer Tarife stetig sinken, sucht die Mobilfunk-Branche fieberhaft nach neuen Ideen, wie man mit Datendiensten Geld verdienen kann. Bewegung gibt es da schon: Daten der Netzbetreiber zeigen, dass mit der Verbreitung des Apple-Handys iPhone die Internet-Nutzung unterwegs deutlich zunimmt. Mit Spannung werden deshalb die Android-Handys erwartet. Angesicht von Googles Dominanz im Internet-Werbemarkt trauen Branchenbeobachter dem Suchmaschinen-Primus zu, auch mit Werbung auf dem Handy erfolgreich zu sein. Als ein Schlüssel dafür werden ortsbezogene Dienste gesehen. Mit der Verbreitung von Handys, die - ob über GPS oder mit anderen Mitteln - ihren Standort erkennen, können den Nutzern gezielt Angebote zum Beispiel von Kaufhäusern oder Restaurants in ihrer Nähe aufs Telefon gesendet werden.

Der weltgrößte Chiphersteller Intel dürfte nach Barcelona Prototypen seiner mobilen Mini-Computer (MID) mitbringen, die mit den neuen Silverthorne-Prozessoren eine hohe Rechenleistung mit geringem Stromverbrauch verbinden sollen. Bisher scheitert eine breitere Internet-Nutzung unterwegs unter anderem daran, dass die Geräte die Akkus binnen weniger Stunden leersaugen.

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