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Gartner: Drei Handy-Betriebssysteme werden 2015 dominieren

15.02.2009 | 11:38 Uhr

Der Kampf um die Vorherrschaft bei Handy-Betriebssystemen entscheidet sich nach Meinung der Marktforscher von Gartner in den nächsten Jahren. Bis 2015 werden nach ihrer Prognose drei Handy-Betriebssysteme den Markt beherrschen. Offene Systeme dürften dabei eine dominante Stellung einnehmen, sagte Gartner-Analyst Nick Jones der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX vor dem Mobile World Congress in Barcelona.

Das HTC G1 (Bild T-Mobile USA)
Vergrößern Das HTC G1 (Bild T-Mobile USA)
© T-Mobile

Das Betriebssystem Android, das von einer Allianz rund um den Internet-Giganten Google entwickelt wurde und das Nokia-System Symbian, das die Finnen im Juni 2008 zur offenen Plattform erklärten, dürften bis 2010 zusammen 60 bis 70 Prozent des Marktes halten, sagte Jones.

Um Apple mit seinem iPhone und den BlackBerry-Hersteller Research In Motion (RIM) macht sich Jones dabei vorerst keine Sorgen. Sie seien bereits dabei, sich eine Position im Privatkundengeschäft zu erarbeiten und verfügten zudem über eigene Geräte. «Microsoft muss aber bald die Weichen stellen», sagte der Analyst. Der Softwaregigant habe mit Windows Mobile zwar eine starke Stellung im Geschäftskundenbereich, müsse aber im viel größeren Privatkundengeschäft langsam aufholen. «Die nächsten 18 Monate sind dabei entscheidend. Wenn Microsoft dann keinen Erfolg hat, könnte es zu spät sein», warnte Jones.

Bei den Geschäftskunden dürften RIM und Microsoft aus Gartner- Sicht ihre starke Marktposition allerdings zunächst behaupten. Rund 80 Prozent des Marktes für mobile E-Mail dürften die beiden Unternehmen nach Einschätzung des Analysten bis 2012 unter sich aufteilen. Auch hier erwarten die Experten allerdings im Privatkundengeschäft eine andere Entwicklung.

Denn bis 2014 werden 50 Prozent aller Mobilfunkkunden regelmäßig Instant Messaging auf ihrem Handy nutzen, erwarten sie. Damit würde diese Form der Kommunikation neben E-Mail und SMS an Bedeutung gewinnen. «Das wird extrem von Alter der Handynutzer abhängen», sagte Jones. Jüngere Menschen seien bereits sehr auf Instant Messenger fixiert. «Die Älteren nutzen eher E-Mail.» Die Entwicklung werde vor allem von den Preisen der Mobilfunkanbieter abhängen, die diese für SMS oder Datenverkehr verlangen. Entscheidend dafür dürfte auch der Vormarsch der Smartphones sein. 2012 sollen bereits mehr als 77 Prozent aller verkauften Handys in Westeuropa und 65 Prozent der Handys in Nordamerika Geräte mit Computer-Funktionen sein.

Grundsätzlich dürfte der Mobilfunkmarkt sich in der Wirtschaftskrise robust zeigen, ist sich Jones sicher. Bei einer milden Rezession dürfte die Zahl der Mobilfunkkunden und die Umsätze 2009 weltweit immer noch steigen. Nur wenn die Weltwirtschaft in eine tiefere Rezession absinke, dürften das auch die Mobilfunkanbieter deutlicher zu spüren bekommen. Für die Zahl der verkauften Handys hatten die Marktforscher bereits im November eine pessimistische Prognose ausgegeben. Sie werde «im niedrigen einstelligen Prozentbereich» sinken, hieß es. (dpa)

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