1452810

Dienstag, 14. Juni

14.06.2011 | 00:00 Uhr

Heißes Gerücht: iPhone 5 kommt im September +++ Macbook Air & mehr für Mittwoch erwartet +++ Apple will in Patentstreit über iOS-Apps eingreifen +++ Apple stoppt Auslieferung von Verizon-iPad 2 mit falschen ID-Codes +++ Datensicherheit mit iCloud +++ Google arbeitet an eigener iMessage-Version +++Die Zeit für neue iCal-Ereignisse per Terminal anpassen +++ Convex: Design-Einheitenrechner

Morgenmagazin
Vergrößern Morgenmagazin

Apple stoppt Auslieferung von Verizon-iPad 2 mit falschen ID-Codes

Apple hat am letzten Freitag kurz vor der Auslieferung eine Reihe Verizon-iPad 2 aus dem Handel zurückgezogen. Grund war Panne beim Hersteller, der irrtümlich den iPads die gleichen internen Identifikations-Nummern zuordnete, die bereits für andere Apple-Geräte im Umlauf sind. Laut dem Wall Street Journal könnte dies im Verizon-Netzwerk Probleme bereiten.

Apple benachrichtigte WSJ, dass nur eine kleine Anzahl von iPad 2 von der Panne betroffen seien. Am Freitag morgen berichtete der Technologie-Blog 9-to-5-Mac, dass Apple in einer Lieferung von iPad 2 aus China einige Geräte abfing und direkt zu Apple umleitete. Ein Käufer berichtete, dass Apple auf seiner Webseite den betroffenen Kunden 50 US-Dollar Kredit im Apple Store als Entschädigung einräumte.

Datensicherheit mit iCloud

Die Einführung des iPhones in 2007 hatte viele IT-Administratoren kalt erwischt: Während die Anwender sofort das neue Apple-Smartphone auch in der Firma einsetzten, waren die IT-Experten dort mit der Absicherung im Firmennetzwerk zunächst völlig überfordert.

iCloud wird nun eine ähnliche Benutzer-Revolution bringen und die Netzwerk-Spezialisten bereiten sich besser schon darauf vor. Die iOS -Anwender werden in die iCloud sowohl für den Privatgebrauch als auch den Firmeneinsatz nutzen wollen und das langwierige Übertragen von Dokumenten zur Weiterbearbeitung auf ein Firmenlaptop, einen USB-Speicherstick oder per E-Mail wird dank der iCloud bald schon der Vergangenheit angehören: Der Anwender wird einfach erwarten, dass alle iOS-Geräte sich automatisch synchronisieren und die Datei zur Weiterbearbeitung fast magisch auch auf dem iPad Zuhause erscheint.

Das Problem ist, dass ein Anwender auf dem Firmen-iPad sensible Unternehmensinformation ansammeln und über iCloud auch an weitere iOS-Geräte verteilen kann, die nicht über die normalerweise eingesetzten Schutzmechanismen im Unternehmenseinsatz verfügen. Das gleiche Sicherheits-Risiko besteht für jede Art von Cloud-Datenaustausch , aber Apples iCloud geht noch einen Schritt weiter und kann auch automatisch die Daten von zugeordneten Geräten synchronisieren.

Patrick Wheeler, ein Produkt-Manager bei dem Sicherheits-Software-Hersteller Trend Micro, erwartet, dass viele Anwender auf den komfortablen Einsatz der iCloud nicht verzichten wollen. "Aus Sicht der iCloud sind alle iOS-Geräte gleichberechtigte Datenträger, so dass der Anwender ungehindert seine Dokumente auf jedem seiner Geräte zugreifen kann", bemerkt Wheeler. Tim Roddy, ein Direktor von Mcafee sagt für die nächsten zwei Jahre einen rapide steigenden Einsatz von Cloud-Datentransfer in Unternehmen voraus und erwartet, dass schließlich der Einsatz der Cloud alle herkömmlichen Datenübertragungen übertreffen und letztendlich ablösen wird.

Konfiguration von Filterregeln via DLP-Software

Aus Sicht der Firmen stellt sich mit zunehmender Dringlichkeit das Problem, wie Übertragungen von Unternehmensdaten kontrolliert und geschützt werden können. Sowohl Roddy als auch Wheeler empfehlen den IT-Administratoren den Einsatz von DLP-Software (Date Loss Prevention, Software zur Vermeidung von Datenverlusten). Diese Software ermöglicht typischerweise die Definition von Regeln, welche Information geschützt oder zum Übertragen freigegeben ist und kann anhand bestimmter Muster Dateien blockieren, die zum Beispiel als "vertraulich" gekennzeichnet sind oder persönliche Adress-Informationen enthalten. "Der Vorteil ist, dass ein Unternehmen die volle Kontrolle über die Filterregeln hat und für den Anwender die Sicherheitskontrolle übernimmt", beschreibt Roddy den Einsatz von DLP-Software.

Virtualisierung von Remote-Applikationen

Wheeler empfiehlt zusätzlich, alle Dienste zur Desktop-Virtualisierung genau unter die Lupe zu nehmen. "Jeder dieser Dienste kann dazu eingesetzt werden, direkten Zugang zu vertraulichen Firmendaten zu erhalten", warnt Wheeler und schlägt vor, dass diese Dienste auch in umgekehrter Richtung eingesetzt werden sollen: Zwar soll ein Anwender von außerhalb des Firmennetzwerken Zugang erhalten können, aber die Server zum Remote-Zugang sollen bestimmte Daten nie auf externe Geräte übertragen und speichern, und automatisch alte oder ungenutzte Firmendaten von iOS -Geräte löschen.

Datenschutz-Training der Anwender

Aber beim Thema Datenschutz muss - genau wie beim Schutz vor Viren und Malware - in erster Linie auch der Anwender einbezogen und geschult werden. Wenn zum Beispiel alle Fotos zum automatischen Abgleich freigegeben werden, dann muss der Anwender sicherstellen, dass er nicht etwa Organisationspläne knipst und unverschlüsselt in die iCloud überträgt. Wheeler warnt, dass alle Cloud-Dienste zunehmend ein Ziel für Hacker sind, um Zugriff auf vertrauliche oder sensible Daten zu erhalten.

Google arbeitet an eigener iMessage-Version

Laut einem Bericht von Wall Street Journal arbeitet Google mit Hochdruck an einer eigenen Version von Apples angekündigtem iMessage -Dienst. Noch gibt es keine Einzelheiten, wie der Dienst im Detail funktionieren wird, aber höchstwahrscheinlich basiert er auf Googles mobilen Betriebssystem Android und setzt den bereits verfügbaren Dienst Google Talk ein. Google hat erst kürzlich in Android eine mit Apples Facetime vergleichbare Video-Chat-Option eingebaut und der neue Dienst könnte darauf aufsetzen.

Apple hat seinen iMessage -Dienst in der letzten Woche auf der WWDC 2011 angekündigt und will die neue Technologie mit dem iOS-Update auf Version 5 im Herbst einführen. Damit können dann iPad und iPhone -Besitzer kostenlose Direktnachrichten mit Bildern und Videos austauschen, und im Gegensatz zu herkömmlichen SMS auch Empfangsbestätigungen erhalten.

Für Blackberry-Besitzer ist das nichts Neues: Der Blackberry Messenger -Dienst bietet ähnliche Funktionalitäten bereits seit Jahren, aber der Smartphone-Marktanteil von RIM ist derzeit im Sinkflug.

Onno Bakker, ein Mitbegründer der Firma hinter der beliebten Instant-Messenger-Software E-Buddy , erwartet, dass Nachrichten-Dienste eine zunehmende Rolle auf Smartphones spielen werden, obwohl die Technologie dahinter noch aus dem letzten Jahrhundert stammt. "Im Gegensatz zum Computer ist das Smartphone jederzeit verfügbar und eingeschaltet und erreicht jeden Anwender unmittelbar. [..] Damit ist der Dienst auch für die Smartphones der nächsten Generation noch aktuell", erwartet Bakker.

Als Nachteil in den Entwicklungen von Apple und Google sieht Bakker die Beschränkung auf die jeweils eigene Plattform. Bakkers App E-Buddy hingegen unterstützt plattformübergreifend den Nachrichtenaustausch zwischen Android und iOS und soll demnächst auch weitere Betriebssysteme unterstützen.

Ted Livingstone, CEO von der Instant-Messenger-Software Kik unter Android und iOS stimmt Bakker zu, dass herkömmliche SMS so schnell nicht aussterben werden, da fast jeder Anwender mit wenigstens einer Person Kontakte pflegt, die nicht über ein Smartphone verfügt. Als weitere Hemmschwelle, dass reine Daten-Verträge die kombinierten Call-und-Surf-Handytarife ablösen, sieht Livingstone die Qualität und Leistung, die das Handynetz bieten kann. Als Beispiel fügt er hinzu, wie schnell kostenlose Texting-Apps aussterben, wenn die Übertragung nicht zuverlässig garantiert werden kann und die Benutzer frustriert aufgeben und wieder auf MMS oder SMS umsteigen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1452810