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Motorola: Die Krise meldet sich zurück

22.03.2007 | 10:48 Uhr

Nach schlechten Zahlen und einer reduzierten Prognose wechselt das Unternehmen Manager aus und forciert den Aktienrückkauf.

Ed Zander
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© Ed Zander

Die Motorola Inc., der zweitgrößte Handyhersteller der Welt nach der finnischen Nokia, erwartet wegen schwächerer Verkaufszahlen und niedrigerer operativer Gewinne seiner Mobilgeräte-Sparte einen Quartalsverlust. Motorola rechnet für das erste Quartal 2007 mit einem Verlust von sieben bis neun Cent je Aktie und nur mit einem Umsatz von 9,2 bis 9,3 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa sieben Milliarden Euro. Dies hat Motorola mit Sitz in Schaumburg (US-Bundesstaat Illinois) am Mittwoch nach Börsenschluss bekannt gegeben. Motorola schraubte auch seine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr zurück. Die Motorola-Aktien fielen nachbörslich um 5,4 Prozent auf 17,72 Dollar.

Motorola-Konzernchef Ed Zander (Foto) ernannte Greg Brown gleichzeitig zum Präsidenten des Unternehmens. Brown ist für die Hauptsparten zuständig. Er hatte bisher die Netzwerk- und Unternehmensgeschäfts-Sparte geleitet. Die Leistung der Mobilgeräte-Sparte sei nicht akzeptabel. Man wolle wieder die Gewinnzone erreichen, betonte Zander. Motorola leidet unter dem harten Handywettbewerb und einem schwierigen preislichen Umfeld. Dies gilt vor allem bei den einfacheren Produkten. Es macht sich auch eine limitierte Produktpalette an hochwertigen Handys im 3G-Format bemerkbar. Im Jahr 2001 war der Traditionskonzern in eine ernste Krise gerutscht. Zwei Jahre später übernahm der ehemalige Sun-Manager Zander das Ruder. Mit dem "Razr"-Handy folgte die Sanierung des Unternehmens.

Verwaltungsratsmitglied Thomas J. Meredith wurde mit Wirkung vom 1. April zum amtierenden Finanzchef ernannt. Meredith war früher lange Zeit Dell-Finanzchef gewesen. Der jetzige Finanzchef David Devonshire legt das Amt nieder. Motorola hat zudem eine Beschleunigung seines Aktienrückkaufprogramms von zwei Milliarden Dollar angekündigt und eine Ausweitung des Rückkauf-Programms auf 7,5 Milliarden Dollar. (dpa/ajf)

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