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Motorola will SMS-Inhalte an Werbetreibende verkaufen

29.10.2007 | 13:28 Uhr |

Nach Informationen der britischen „Times“ plant Handy-Hersteller Motorola SMS-Inhalte seiner Kunden an die Werbeindustrie zu verkaufen. Kunden sollen für den Einblick in ihre Privatsphäre Preisnachlässen erhalten.

Die Pläne sehen laut „Times“ vor, dass eine auf dem Handy installierte Software SMS-Nachrichten nach bestimmten Stichwörtern durchsucht. Werbetreibende könnten dann beispielsweise eine Anzeige für ein Restaurant versenden, sobald der Nutzer die Wörter „hungrig“ oder „Essen“ eintippt.

„Mit unserer Technologie findet man nicht nur heraus, wo sich ein Nutzer befindet, sondern auch was für Themen ihn interessieren“, sagte der Marketing-Chef von Motorola, Kenneth Keller. Motorola teste die Technik derzeit für SMS-Nachrichten. Später soll die Software auch Gespräche auswerten können, sagte Keller. Kunden müssten dem Werbemodell ausdrücklich zustimmen. Preisnachlässe sollen die Verbraucher dazu bewegen, ihre SMS-Nachrichten und Gespräche durchsuchen zu lassen, so Keller.

Simon Davies von der Datenschutz-Organisation Privacy International zeigte sich über die Pläne von Motorola besorgt: „Es ist anzunehmen, dass Verbraucher abgestraft werden, wenn sie solche Werbemodelle ablehnen“. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Informa soll der Handy-Werbemarkt 2011 ein Volumen von 11 Milliarden US-Dollar umfassen.

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