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Müller vs. Meiners: Eierpotts werfen

28.10.2005 | 00:00 Uhr |

Wir werden diesen iPod Nano nicht kaufen, er ist zerkratzt: Meiners sitzt im schwarzen Loch und Müller glüht der Kopf in der Spätherbst-Hitze.

Meiners: Vorsicht, Müller, keinen Schritt weiter! Schauen Sie nach unten! Hier bin ich – und Sie stehen am Abgrund. Es ist doch immer wieder dasselbe mit unserer Lieblingsfirma: In der einen Woche feuert der Ein-Dollar-Mann Steve Jobs ein Feuerwerk an neuen Produkten ab, dass einem der Atem wegbleibt. Und in der Woche drauf, da beginnt die große Depression: Man fällt in ein großes, tiefes, schwarzes Loch. Bis die Powerbooks, Power Macs und der neue iMac G5 es in unser Testlabor geschafft haben, vergehen Tage des Wartens, man dreht am Däumchen, trinkt Tee und schaukelt das eine oder andere Ei. Ich bin unbefriedigt. Können Sie bitte eine Klinikpackung Serotoninwiederaufnahmehemmer herunterwerfen, damit ich hier wieder herauskomme? Oder eine Palette Red Bull?

Müller: Meiners, ich dachte, Sie könnten im Niveau nicht noch weiter sinken. Tiefer geht’s aber anscheinend immer. Sie als alter Lateiner sollten doch wissen: Post coitum omne animale triste. Oder so ähnlich. Es ist also ganz normal, dass nach den Höhepunkten der letzten Wochen jetzt erst einmal Entspannung angesagt ist, die Kippe danach gewissermaßen. Außerdem kennen wir das Ritual: Apple stellt neue Ware vor, die Kunden stürmen begeistert in die Läden und nehmen, was sie greifen können. Und schon geht die Jammerei los. Weil, entweder ist nichts greifbar (Quad, iMac G5) oder die greifbaren Dinge gehen in derart rauen Mengen über die Theke, dass Apple zu Kunden kommt, die man nicht wirklich haben will. 125.000 Klagen wegen ein paar Kratzern! Also wirklich, als wäre der Hersteller dafür verantwortlich, dass die Leute ihre Finger-Tapperer mit 600er-Schleifpapier entfernen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Übersetzungsfehler im ungarischen Manual: „Ichhh möckte diesn iPod Nanu nichht kaufen, err ist zerrrkratzt.“

Meiners: ...ich trag’ gern Frauenfummel und Strapse und BH – ich wär’ so gern ein Mädel, genau wie mein Papa. Ja, ich bin Onliner und mir geht’s gut, am Tag packt mich die Arbeitswut... Und wie immer meine ich das so, wie ich es sage. Hätten Sie bitte die Gnade, mich hier aus diesem Loch herauszuholen, Müller? Lassen Sie doch bitte Ihr wallendes Haar herunter und heitern mich mit einer lustigen Geschichte auf, ja? Und wenn Sie jetzt bitte noch heftig meinen Popo streicheln könnten?

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