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Müller vs. Meiners: Hit the road, mac!

10.08.2005 | 11:27 Uhr |

Das mobile Leben hat auch seine Schattenseiten...

Meiners: Weg! Und weg! Braucht keiner mehr! Auch weg! Was ist das? Ein Mini-DIN-8 auf Sub-D-9 Seriell-Kabel – weg! Hier: der komplette Mac-Life-Jahrgang 2003 auf CD. Sortenrein trennen: Das Case in die gelbe Tonne, den Einleger zum Altpapier und den Datenträger zum Schrott. Dann: ein AAUI-10Base2-Transciver. Entweder ins Technik-Museum von Kollege Möller – Kollege Möller schüttelt den Kopf, aha – also: Weg! So einem Umzug wohnt ja ein gewisses befreiendes Moment inne, man kann sich vom Ballast der Vergangenheit trennen., wobei meine Vergangenheit im IDG Verlag ja noch nicht so lange zurückreicht. Sehen Sie mal, Müller: Zwei Kartons habe ich gepackt. Da ist alles drin. Müller..? Wo sind Sie denn? Spielen Sie jetzt mit mir Verstecken? Wie herzig...

Müller: Meiners, hier! Da, hinter den sieben Kartonbergen, bei den... nein, was sehe ich hier unten in der Schublade! Die beiden Kugelschreiber, die ich seit dem letzten Umzug vor drei Jahren vermisst habe. Na ja, wenn sie unter den Mousepads lagern, in den Zeiten der optischen mächtigen Mäuse braucht man eine Unterlage eher selten. Obwohl, die Kulis eigentlich auch nicht. Weg damit. Und was ist das hier? Halten Sie mal... Sie werden doch nicht mit den fünf 50er-Kartons des 2000er-Jahrgangs der Macwelt zusammenbrechen? Gut, dass wir dieses Wochenende nicht selber schleppen müssen, sie halten ja gar nichts mehr aus. Ist das der Grund, dass Sie letztens Ihr 15-Zoll-Powerbook gegen das kleinere und leichtere 12er-Modell ersetzt haben?

Meiners: Mal nicht frech werden, Kollege, ja? Wenn Sie in den letzten zwölf Monaten so oft umgezogen wären wie ich, dann hätten auch Sie eine sensibilisierte Wirbelsäule! Ich zitiere meinen Allgemeinmediziner am Tag nach meinem beispiellosen Einsatz als Helfer bei der Haushaltstransition unseres Herrn Chefredakteurs: „Herr Meiners, Sie sind jetzt in einem Alter angekommen, ab dem Sie umziehen lassen sollten.“ Mit 33! Ich bin doch nicht alt, oder? Achtmal bin ich in den ersten 32 Jahren meines Daseins nun umgezogen, in den letzten Monaten allerdings wurde es ein wenig unübersichtlich, was dazu geführt hat, das mein Hausstand letztlich aufgeteilt ist auf sechs Orte in drei Bundesländern. Das spiegelt schon eine gewisse innere Zerrissenheit wieder.

„Zuhause“ definiere ich übrigens nach dem aktuellen Aufenthaltsort meines Powerbooks. Das ist dann auch gerne mal der ICE, auch gerne länger, etwa bei einem Oberleitungsschaden. Hochgerechnet waren in den letzten zwölf Monaten die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn zehn Tage, drei Stunden und 48 Minuten mein Zuhause, Messeunterkünfte jedoch nur vier Tage, sieben Stunden und 22 Minuten. Wobei Messeunterkünfte übrigens den Vorteil einer geregelten 220-Volt-Versorgung haben. Und das ist im ICE der Baureihe 1 noch die Ausnahme. Um die wenigen Steckdosen, wenn sie denn vorhanden sind, werden dort teilweise erbitterste Schlachten geführt. Darum das Zwölf-Zöller – es hat die bessere Akkulaufzeit.

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