943590

Müller vs. Meiners: Von Grippewellen und anderen Vögeln

24.10.2005 | 11:44 Uhr |

Obwohl sich Wortspiele verbieten, weiß der Geier, was Motorola mit dem Rokr vorhatte. Währenddessen stellt sich Apple für das Weihnachtsgeschäft auf.

Müller: Haaa...haa...haaa....tschi..... Meiners, entschuldigen Sie, den Nieser konnte ich einfach nicht unterdrücken. Überhaupt, was soll das? Der Sommer quasi ausgefallen, der Oktober noch golden, aber jetzt hüllt die Stadt ein winterlicher Nebel ein, der seinen Griff frühestens im April 2006 lockern wird. Furchtbar! Nur noch neun Wochen bis Weihnachten, in den Geschäften haben Schokonikoläuse längst die Sommerschokoladensorten in den Regalen abgelöst. Die Radwege voller Laub und rutschig, die U-Bahnen deswegen derart vollgestopft, dass man sich vielerlei Virenzeugs einhandeln kann. Meiners, sind Sie eigentlich schon gegen die Vogelgrippe geimpft?

Meiners: Nehmen Sie Ihre infektiösen Finger aus meiner Spekulatiuskiste, Müller. Ich will Ihr H5N1 nicht. Der Umweltminister verbietet jetzt Vögeln in Freiheit – nein: Vögeln die Freiheit und lässt sie in Käfige einsperren, bis Mitte Dezember die Touri-Welle abgeebbt ist..? Dabei beginnt dann doch erst der Weihnachts-Verkehr, so mit Ruten und „Das Tor macht auf, die Tür macht weit“? Ich bin jedenfalls immunisiert, die gefürchtete Neuvariante kann sich in meinem Körper nicht bilden – und von dort aus die Welt erobern. Ich jedenfalls möcht’ im Augenblick kein Huhn sein . Ich hab was gegen Legebatterien – wobei, mein Wohnklo ist fast genauso eng. Was schenken Sie mir eigentlich zu Weihnachten. Einen neuen iMac? Kann ich mit dem auch unser fortschrittliches, stabiles und intuitives Redaktionssystem fernbedienen, so von Hawaii aus?

Müller: Meiners, es gibt keine Geschenke in diesem Jahr. Das nehme ich mir jedes Jahr im Oktober vor, habe daher einen entspannten November ohne Einkaufsstress und gerate erst dann in Panik, wenn ich Mitte Dezember doch noch meine Meinung ändere. Einmal ganz davon abgesehen, dass ich weiterhin mit meinem mickrigen Redakteursgehalt, praktisch Hungerlohn, auskommen muss. Stellen Sie sich vor: Apple Deutschland hat mich nicht zum neuen Geschäftsführer bestellt. Ich kenne aber auch viele Leute in der Szene. Sie zum Beispiel. Und den Herrn Hirsch. Das reicht doch fürs Erste. Aber gut, der Freddie Geier dürfte eine gute Wahl gewesen sein. Nach Frank Steinhoffs Demission hat die Bestallung des Nachfolgers fast so lange gedauert wie eine durchschnittliche Berliner Regierungsbildung. Auch für den Noch-CEO von El Gato dürfte der Wechsel von Vorteil sein. Apple geht es derzeit glänzend, das Wachstum in Deutschland ist überproportional. Im kommenden Jahr wird mit den Intel-Macs alles noch besser. Also von wegen Geier Sturzflug . Übrigens: Wussten Sie eigentlich, dass die Geier Wally , in der Nähe deren Geburtshauses ich letzte Woche beim Bergwandern war, Ihren Spitznamen nicht von einem Geier, sondern von einem Adler hat? So gesehen muss Apple Deutschland vor einem kolossalen Höhenflug stehen. Also keine Wortspiele von Vögeln mehr! Haaatschiii! Meiners, schenken Sie mir doch bitte noch einen Tausenderpack Tempo....

0 Kommentare zu diesem Artikel
943590