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Munster: Apple Auto nicht wahrscheinlich

03.09.2015 | 09:50 Uhr |

Der fast immer falsch liegende Analyst Gene Munster wagt wieder eine Wahrscheinlichkeitsberechnung.

Spätestens jetzt müssen sich Freunde der Vorstellung, Apple würde ein selbstfahrendes Elektroauto entwickeln, um ihr Lieblingsprojekt Sorgen machen. Denn der Piper-Jaffray-Analyst Gene Munster hat die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Gerät in den kommenden Jahren auf die Straße käme, mit 50 bis 60 Prozent beziffert. Zur Erinnerung: Munster war der, der schon im Spätherbst 2011 gesagt hat, "spätestens nächstes Jahr" werde Apple ein eigenes TV-Gerät auf den Markt bringen und diese Aussage Herbst für Herbst wiederholte .

Wenigstens erinnert sich Munster an seine misslungene Prophezeiung und betont, dass ein Auto von Apple wesentlich disruptiver daherkäme als ein Fernseher. Munster will auch schon über den Preis Bescheid wissen, Apple werde sich im Luxussegment etablieren wollen und das Auto für nicht unter 50.000 US-Dollar verkaufen. Davon könnte man sich eine Menge niemals hergestellter Fernseher kaufen. Für Anleger wäre ein solches Projekt aber eine gute Nachricht, da es langfristiges Wachstum garantiere. Noch sei das Fahrzeug zwar fünf Jahre von der Markteinführung entfernt, schätzt Munster, werde aber mit seinem Design, seiner Connectivity und seinen Möglichkeiten zur Automation hervorstechen. Im Apple Car werde man Produkte wiederfinden, die bereits heute einen wesentlichen Teil des Apple-Universums bestimmen: Siri, Maps und Homekit. Fünf Jahre sind dann womöglich nicht genug, denkt man an manche Verständnisschwierigkeiten Siris und das immer noch nicht völlig fehlerfreie Maps .

Anmerkung: Was Munster mit einer "Wahrscheinlichkeit von 50 bis 60 Prozent" meint, ist uns nicht ganz klar. Womöglich gibt der Analyst damit nur seiner Unsicherheit Ausdruck, aus Schaden klug geworden. Bei Wetterprognosen bedeutet eine Regenwahrscheinlichkeit von 50 Prozent etwa, dass es in der Vergangenheit an jedem zweiten Tag geregnet hat, an dem (annähernd) gleiche Wetterbedingungen herrschten. Im Fall einer Produktprognose darf man daher die von Experten angegebenen Wahrscheinlichkeiten lediglich als "gefühlte Wahrscheinlichkeit" betrachten, denn in der Vergangenheit hat Apple relativ wenige Autos gebaut, schon gleich gar nicht in jedem zweiten Fall.

Hätte Munster wieder eine Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent für das Apple Car angegeben ("Ich bin sicher, dass Apple im kommenden Herbst..."), würde ihm zukünftige Entwicklungen ihm entweder Recht geben oder ihn Lügen strafen. Daraus folgt aber immer noch nicht eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Zahlreiche Indizien weisen zwar darauf hi n, dass Apple in den vergangene Monaten zahlreiche Mitarbeiter angeheuert hat, die sich mit Fahrzeugen und ihrer Elektronik auskennen. Apple-Chef Tim Cook hat auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das BMW-Werk in Leipzig besucht. Apple wird also ein Auto marktreif entwickeln - oder auch nicht. Und nur das ist sicher - zu hundert Prozent.

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