1028843

Apple kauft Musik-Streaminganbieter

07.12.2009 | 10:45 Uhr |

Apple kauft einen Anbieter für Musikstreaming. iTunes' Zukunft könnte nun unter anderem im direkten Audio-Streaming liegen und günstigen Zugang zu riesigen Musik-Repertoires versprechen.

Nach vielen Gerüchten im Internet bestätigten am Freitag Berichte in der New York Times und dem Wall Street Journal , dass Apple Lala gekauft haben soll. Apples Pressesprecher Steve Dowling wird in dem Artikel zitiert, dass "Apple gelegentlich kleinere Firmen samt deren Technologien übernimmt, ohne über Absichten oder konkrete Pläne zu kommentieren." In der Tat konnten beide Zeitungen auch keine Kauf-Bestätigungen von Lala selbst erhalten.

Der Musikdienst Lala existiert seit vier Jahren und bietet ein völlig anderes Konzept als Apples iTunes Store. Der Katalog umfasst derzeit zirka 8 Millionen Lieder und kann für umgerechnet knapp einen Euro pro Lied im MP3-Format heruntergeladen werden. Außerdem bietet Lala einen Service an, mit dem die Anwender für nur 10 US-Cents pro Lied die Musik abonnieren und beliebig oft direkt von Lalas Cloud-Servern streamen statt herunterladen können. Die Vorschau bei Lala ist großzügig: Ein Lied kann vollständig probegehört werden, während iTunes des auf 30 Sekunden begrenzt.

Was bedeutet die Lala Übernahme für die Zukunft von iTunes?

In erster Linie hat Apple eine neue Technologie gekauft. Mit dem Neuerwerb übernahm Apple neben vier Jahren Erfahrung mit Audio-Streaming auch Lalas Mitbegründer Bill Nguyen.

Das Abonnenten-Konzept für Musik-Streaming hat sich bisher noch nicht richtig durchgesetzt. Eins der größten Probleme ist das Misstrauen der Kunden, dass die relativ kleine Firma eingeht und somit für die bereits gezahlten Gebühren keine Musik mehr geliefert wird. Apple hingegen ist groß genug, um diese Zweifel gar nicht erst aufkommen zu lassen und könnte iTunes erfolgreich jenseits der Download-Optionen ausbauen.

Apples bisherige Politik lässt es eher unwahrscheinlich erscheinen, dass die Downloads auf das weit verbreitete MP3-Format umgestellt werden. Aber Musikgenuss direkt aus dem Internet - ohne Herunterladen und Synchronisation zwischen Computern und Abspielgeräten - wäre ein großer Schritt vorwärts. Die Genius-Funktion in iTunes ist geradezu optimal geeignet, um beliebige Mengen von Musik auf Cloud-Servern für persönliche Profile zu strukturieren und organisieren.

Rein theoretisch gesehen könnte Lalas Übernahme bedeuten, dass Apple Konkurrenzprogramme für Audio-Streaming aus dem App Store bannt. Praktisch gesehen hat Apple aber bereits jede Menge solcher Programme wie zum Beispiel Rhapsody zugelassen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1028843